47. RJR Tagung
Im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl, Salzkammergut 2024

Jazz in den europäischen Medien.
Historische Betrachtungen und aktuelle Strömungen
Bad Goisern, Goiserer Mühle
25.- 26. April 2024

Als Kinder des 20. Jahrhunderts stehen Jazz und Radio seit jeher in engem Austausch. Ohne die Verstärkung durch den Rundfunk hätte der Jazz, dieses Amalgam aus musikalischen Formelementen mit afrikanischer, karibischer, europäischer (und in Spurenelementen auch autochthon amerikanischer) Signatur wohl kaum die Grenzen seines ethnisch und sozial eng umrissenen Umfelds in bestimmten Teilen der US-amerikanischen Südstaaten sprengen können, sondern wäre bestenfalls als eine von vielen regionalen Stilistiken der Musik dieser Welt überliefert worden. Wenn überhaupt. Umgekehrt profitiert der Rundfunk noch heute von all den aufregend neuen Musikformen, die sich unter dem maßgeblichen Einfluss der Jazz herausdifferenzierten, Jazz in seinen verschiedenen Stilistiken, Blues und R&B, Rock und Pop, Soul und HipHop, die für die kurzfrequenten Aufmerksamkeitsspannen, die das breite Publikum medial vermittelter Musik gegenüber aufzubringen vermag, wesentlich besser geeignet scheinen, als es beispielsweise die langen Spannungsbögen im Geist der klassischen, europäischen Kunstmusik gewesen wären. Zugleich trug der stilistisch hybride Jazz schon von Anfang an den Keim zu seiner Globalisierung in sich, zu einer Grenzenlosigkeit, wofür wiederum der Rundfunk ein paradigmatisches Vertriebsmittel ist.

Auf seiner 47. Arbeitstagung im April 2024 in Bad Goisern nimmt der internationale Arbeitskreis Radio Jazz Research, der das Interesse an den Schnittfeldern von Jazz und Rundfunk schon im Namen trägt, das Thema „Das europäische Jazz-Radio“ in den Fokus. Dabei sind es zwei Linien, die das Programm strukturieren. Auf der ersten Schiene geht es um die bis heute wirksame Symbiose von Jazz und Rundfunk in Sachen Technologie, vom Aufnahmeprozess über die Speicherung und Archivierung in den Hörfunkstudios selbst aufgenommener Musik sowie fertiger, ausgestrahlter Programme. Die Amsterdamer Medienwissenschaftlerin Carolyn Birdsall wirft einen Blick in europäische Rundfunkarchive aus den Jahren 1930-1940 und geht der Frage nach, wie ‚populäre’ Musik (zu der der Jazz auch damals schon zu zählen war) in den Archiven unterschiedlicher Rundfunkanstalten aufbereitet wurde, welche Rückschlüsse sich auf ihre politische Vereinnahmung (oder auch: ihren Ausschluss) im Hinblick auf den 2. Weltkrieg ziehen lassen und wie die Rundfunksender der Siegermächte nach 1945 die Rundfunkszene in den Ländern Europas veränderten.

Die zweite Schiene führt zu den Wirkungen, die die Aufarbeitungen des Jazzgeschehens in Rundfunk und TV auf kollektive Bewusstseins- und Verhaltensverschiebungen in verschiedenen Zielgruppen hatte. Bernd Hoffmann untersucht in seinem Vortrag „Jazz-Notizen für junge Leute“ drei Fernseh-Sendereihen der 1950er- und 1960er-Jahre aus dem Sendeverbund der ARD (von SWF, HR und NDR), die thematisch ein sehr unterschiedliches Profil aufweisen: Während die 1955 von Joachim-Ernst Berendt für den SWF entwickelte Reihe „Jazz – gehört und gesehen“ sich bis zu ihrer Einstellung im Jahr 1974 stark an US-amerikanischen Künstlern orientierte, adressierte Olaf Hudtwalker in der HR-Reihe „Jazz für junge Leute“ schon das Generationenproblem in der Jazzrezeption, das mittlerweile zu einem Schwerpunkt des Jazz-Diskurses geworden ist. Die NDR-Reihe „Notizen aus der Jazzwerkstatt“ dagegen bietet Einblicke aus den mutigen Eigenproduktionen, die die Jazzredaktion des NDR in jenem Zeitabschnitt, als an eine Jazz-Big Band unter der Fahne des NDR noch lange nicht zu denken war. Seine Befunde über diese drei Sendereihen stellt Hoffmann in einem ersten Ansatz zu einer internationalen Einordnung Beiträgen aus der BBC-Reihe Jazz 625 gegenüber. Den „historischen“ Jazz in der zentralen britischen Rundfunkanstalt der BBC stellt Nicolas Pillai vor: Er sichtet Materialien der Sendereihe „Jazz 625“ (1964-1966) und berichtet über den Versuch einer „Neuschöpfung“ einer Sendung mit heutigen Fernsehmitteln.

Der Historiker und Musikwissenschaftler Rüdiger Ritter geht noch einen Schritt weiter in Richtung Internationalität und untersucht die Wirkung, die der US-Radio-DJ Willis Conover, der von 1955 bis kurz vor seinem Tod 1996 auf dem US-amerikanischen Auslandssender Voice of America die Frohe Botschaft des Jazz in die Welt trug – auf den Jazz, die Alltagskultur und den Kunstbetrieb in dem Teil der Welt, der unter sowjetischer Vorherrschaft stehend, von einigen der Segnungen der amerikanischen Kultur weitgehend ausgeschlossen blieb. Dabei überbrachte Conover nicht nur die Botschaft vom amerikanischen Jazz, sondern schuf bei seinen Festivalbesuchen in Polen und der Tschechoslowakei, Ungarn und der Sowjetunion mit seinem Interesse an der dort entstehenden Jazzmusik auch eine Rückkopplungsschleife. Indem er das dortige Jazzschaffen in sein Programm auf Voice of America einspeiste, erhob er Musiker aus den versperrten Zonen auf die Ebene der Jazz-Rezeption und bestärkte sie wiederum in ihrem musikalischen Tun.

Auf einer dritten Schiene schließlich geht es um eine Bestandsaufnahme: Jazz-Hörfunk-Programme aus Ländern wie Österreich, Deutschland, Niederlande und Polen werden vorgestellt und analysiert. Der Wiener Jazzredakteur Andreas Felber (ORF) beschreibt die aktuelle Situation in der Alpenrepublik.

Vor dem Hintergrund der Unterscheidung zwischen linear versendeten Programmen und on-demand abrufbaren Podcasts oder anderen Inhalten stehen einerseits Erfahrungen mit bestimmten Präsentationsformen wie individualisiertes Autoren-Radio versus technisch generierte Playlists, stilistisch gebundene Jazzprogramme vs. Jazzinseln in einem stilistisch vielfältigen Musikprogramm zur Diskussion.
Stefan Hentz

Das Programm:

Carolyn Birdsall (Amsterdam):
Europäischer Jazz und das Radioarchiv.

In dieser Präsentation wird Dr. Carolyn Birdsall (Universität Amsterdam) ihr kürzlich durchgeführtes Forschungsprojekt zu Radio-Bibliotheken/-Archiven in Europa nutzen, um den Platz von (populärer) Musik in diesen Sammlungen und für die Programmproduktion zu betrachten. Die Präsentation wird Fallstudien darüber enthalten, wie (populäre) Musik, sowohl kommerzielle als auch "eigene Produktionen", in den Sammlungen von Rundfunkanstalten in den 1930er-1940er Jahren präsentiert wurde. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Verwendung/den Missbrauch dieser Sammlungen im Kontext des Zweiten Weltkriegs (zum Beispiel bei Radio Luxemburg) und auf die sich verändernde Radio-Bibliotheks-/Archiv-Landschaft nach 1945 gelegt (zum Beispiel mit der Gründung von AFN und BFN in Europa).

Andreas Felber (Wien):
Eine Beziehung in Veränderung.
Die Präsenz von Jazz im öffentlichen Radio Österreichs.

In dieser Präsentation möchte Dr. Andreas Felber die Perspektive des Jazz in Österreich diskutieren. Für viele, insbesondere ältere Musikfans in Österreich, repräsentieren die 1970er und 1980er Jahre in Bezug auf die Präsenz von Jazz im österreichischen Rundfunk immer noch eine Art "goldenes Zeitalter". Und das war kein Zufall: Als Folge der Rundfunkreform von 1967 wurden eine Vielzahl von Jazzprogrammen präsentiert. Insbesondere auf dem neu geschaffenen "Jugendradiosender" Ö3, aber auch im Fernsehprogramm war Jazz präsent. Schon in den Jahren vor der Liberalisierung des Rundfunkmarktes in Österreich im Jahr 1995 – sehr spät im europäischen Vergleich – begann die Rundfunkpräsenz von Jazz im Fernsehen und Radio zu schwinden: Improvisierte Musik wurde in den 1990er Jahren gänzlich aus dem Fernsehprogramm verbannt; was das Radio betrifft, wurde es während dieser Zeit ins Programm von ORF's Kultur- und Informationsstation Ö1 verschoben. Hier findet der Jazz in Österreich immer noch seine wichtigste Medienplattform, einerseits durch sieben regelmäßige Sendungen (sechs davon wöchentlich) und andererseits durch die Aufzeichnung von etwa 100 Konzerten pro Jahr in ganz Österreich.

Nicolas Pillai (Dublin):
Jazz im Fernsehen.
Archive, Erinnerungen und Reenactments des Jazz im BBC-Fernsehen.

In diesem Vortrag reflektiert Dr. Nicolas Pillai (Creative Futures Academy, University College Dublin) das Forschungsprojekt "Jazz on BBC-TV 1960-1969". Er wird die archivarische Recherche von Produktionsdokumenten und gelöschtem Programm sowie Interviews mit überlebenden Crewmitgliedern und Publikum beschreiben. Der Vortrag endet mit einem Bericht über drei Reenactments des Jazzfernsehens der 1960er Jahre: Jazz 1080, produziert von ehemaligen BBC-Crewmitgliedern und Universitätsstudenten; Jazz 625 Live, eine BBC-Four-Reenactment, das 2020 den Preis für das beste Musikprogramm bei den Broadcast Awards gewann; und Albert Ayler's Ghost, ein kurzes Theaterstück, das Lücken im Archiv hinterfragt.

Rüdiger Ritter (Bremerhaven):
Jazz-Diplomatie im Kalten Krieg, Willis Conovers Jazz-Sendungen auf "Voice of America" und ihre Rezeption im Ostblock (Sowjetunion, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn).

Mit seiner Radiosendung Music USA - Jazz Hour, die ab 1955 vier Jahrzehnte lang jeden Abend weltweit über Kurzwelle ausgestrahlt wurde, bot der Voice-of-America-Radio-Moderator Willis Conover nicht nur eine wesentliche Quelle für Jazzinformationen, sondern verwirklichte auch eine zentrale Aufgabe der US-amerikanischen Kulturdiplomatie. Conover reiste auch persönlich in die Staaten des Ostblocks, spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Jazzfestivals wie dem Jazz Jamboree und wurde zu einer Legende unter Jazzmusikern und -liebhabern. Geschickt nutzten Kulturpolitiker in den Ländern des Ostblocks seine Präsenz, was zu einer Stärkung der lokalen Jazzszenen führte. Der Vortrag zeigt Conovers Rolle in diesem kulturpolitischen Wettbewerb. Grundlage ist sein Nachlass, der erstmals zu diesem Zweck ausgewertet wurde, sowie Recherchen in Archiven und Gespräche mit Zeitzeugen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks.

Bernd Hoffmann (Köln):
"Jazz Notes for Young People".
Drei deutsche Fernsehserien der 1950er und 1960er Jahre.

In dieser Präsentation möchte PD Dr. Bernd Hoffmann (RadioJazzResearch) die Perspektive des Jazz im westdeutschen Fernsehen diskutieren. Während in den 1950er-Jahren zahlreiche Hörfunksendungen ausgestrahlt waren, sah man in den 1960er Jahren eine erstaunliche Anzahl von Fernsehserien, die sich auf improvisierte Musik konzentrierten.
Dabei könnten die Jazz-Sendereihen von SWF (Südwestfunk), HR (Hessischer Rundfunk) und NDR (Norddeutscher Rundfunk) kaum unterschiedlicher sein, und genau deshalb ist der Vergleich lohnenswert: Die umfangreiche SWF-Reihe ("Jazz - Gehört und Gesehen"), die bereits 1955 von Joachim Ernst Berendt gestartet wurde, ist stark an den Tourneen von US-Künstlern in Europa ausgerichtet. Die HR-Serie ("Jazz für junge Leute") mit Olaf Hudtwalker konzentriert sich auf das regionale Thema und die Amateur-Szene im Nachmittagsprogramm, und schließlich gibt die NDR-Serie („Notizen aus der Jazz-Werkstatt“) Einblicke in die Produktionen des äußerst aktiven Radio-Jazz-Redaktionsteams um Hans Gertberg. Drei sehr unterschiedliche Perspektiven des Jazz im Fernsehen - Anfang der 1960er Jahre - in der Bundesrepublik Deutschland.

Tara Minton (London):
Der von Musikern geleitete und produzierte Jazz-Podcast. Eine persönliche Perspektive.

Der Jazz-Podcast begann als kleine, lokale Show mit Fokus auf die britische Jazzszene. Nachdem er im Jahr 2021 in die Sammlung der British Library aufgenommen wurde, hat er seinen Fokus auf aufstrebende und legendäre aus Europa, Amerika und der ganzen Welt erweitert.
Diese Präsentation wird diskutieren, warum der "Do-It-Yourself"-Charakter von Podcasts eine gute Voraussetzung ist, sinnvolle Gespräche mit Jazzmusikern über ihre Kunst und ihr Leben zu führen. Als professionelle Jazzmusiker haben sowohl Tara Minton als auch Rob Cope, die beiden Hosts des Podcast eine Insider-Perspektive, die ihnen im Gespräch mit anderen Künstlern einen guten Zugang schafft. Im Laufe der Jahre hat der Jazz-Podcast enge Beziehungen zu Labels, Managern und Promotern aufgebaut, ohne je seine Authentizität als Graswurzelmedium zu verleugnen. Während Radiomoderatoren an Zeitlimits gebunden sind, ist das Medium des Podcast flüssiger und schafft Raum für eine persönlichere und authentischere Interaktion mit den Künstlern.
Die Präsentation wird Audio- und Videoausschnitte aus Lieblingsinterviews enthalten, und es wird am Ende Zeit für Fragen geben.

  • RJR

47th RJR Meeting
In the context of the European Capital of Culture Bad Ischl, Salzkammergut 2024

Jazz in the European Media.
Historical considerations and current trends
Bad Goisern,
Goiserer Mühle
April 25-26, 2024

As children of the 20th century, jazz and radio have always been in a close relationship. Without the reinforcement by radio, jazz, this amalgam of musical form elements with African, Caribbean, European (and in trace elements also autochthonous American) signatures would hardly have been able to break the boundaries of its ethnically and socially narrowly defined environment in certain parts of the U.S. southern states, but would at best have been passed down as one of many regional stylistics of the music of this world. If at all. Conversely, broadcasting still benefits today from all the exciting new musical forms that differentiated themselves under the decisive influence of jazz, jazz in its various styles, blues and R&B, rock and pop, soul and hip-hop, which seem much better suited to the short-frequency attention spans that the broad public is able to muster towards media-mediated music than, for example, the long arcs of tension in the spirit of classical, European art music would have been. At the same time, stylistically hybrid jazz carried within itself from the very beginning the seeds of its globalization, of a boundlessness for which radio is again a paradigmatic means of distribution.

At its 47th working conference in Bad Goisern in April 2024, the international working group Radio Jazz Research, which, as its name implies, maintains a focus on the intersection of jazz and broadcasting. There are two thematic strands which form the basis of the program. The first strand deals with the symbiosis of jazz and broadcasting in terms of technology, which is still effective today, from the recording process to the storage and archiving of music recorded in the radio studios themselves as well as finished, broadcast programs. The Amsterdam media scholar Carolyn Birdsall takes a look at European broadcasting archives from the years 1930-1940 and explores the question of how 'popular' music (to which jazz was already to be counted at that time) was processed in the archives of various radio stations, what conclusions can be drawn about its political appropriation (or also: its exclusion) with regard to the Second World War, and how the radio stations of the victorious powers changed the radio scene in the countries of Europe after 1945.

The second strand leads to the effects that the reappraisals of jazz events in radio and TV had on collective shifts in consciousness and behavior in various target groups. In his lecture "Jazz-Notizen für junge Leute" (Jazz Notes for Young People), Bernd Hoffmann examines three television broadcasting series of the 1950s and 1960s from the ARD broadcasting network (of SWF, HR and NDR), which have very different thematic profiles: While the series "Jazz - gehört und gesehen" ("Jazz - heard and seen"), developed by Joachim-Ernst Berendt for SWF in 1955, was strongly oriented toward U.S. artists until it was discontinued in 1974, Olaf Hudtwalker's HR series "Jazz für junge Leute" ("Jazz for young people") already addressed the generational problem in jazz reception, which has since become a focal point of jazz discourse. The NDR series "Notizen aus der Jazzwerkstatt" (Notes from the Jazz Workshop), on the other hand, offers insights from the courageous in-house productions made by the NDR jazz editorial team during that period when a jazz big band under the NDR banner was still far from being conceivable. Hoffmann compares his findings on these three series of broadcasts with contributions from the BBC series Jazz 625 in a first approach to an international classification. Nicolas Pillai presents "historical" jazz in the BBC's central British broadcasting station: He sifts through materials from the broadcast series "Jazz 625" (1964-1966) and reports on an attempt to "recreate" a program using contemporary television resources.

Historian and musicologist Rüdiger Ritter goes a step further in the direction of internationalism and examines the impact that U.S. radio DJ Willis Conover, who from 1955 until shortly before his death in 1996 carried the Good News of jazz to the world on the U.S. foreign station Voice of America - had on jazz, everyday culture and the art world in the part of the world that, under Soviet domination, remained largely excluded from some of the blessings of American culture. In doing so, Conover not only delivered the message of American jazz, but also created a feedback loop during his festival visits to Poland and Czechoslovakia, Hungary, and the Soviet Union with his interest in the jazz music being created there. By feeding jazz creation there into his programming on Voice of America, he elevated musicians from the obstructed zones to the level of jazz reception and, in turn, emboldened them in their musical pursuits.

Finally, a third track takes stock: jazz radio programs from countries such as Austria, Germany, the Netherlands and Poland are presented and analyzed. The Viennese jazz editor Andreas Felber (ORF) describes the current situation in the Alpine Republic.

Against the background of the distinction between linear broadcast programs and on-demand retrievable podcasts or other content, experiences with certain forms of presentation such as individualized author radio versus technically generated playlists, stylistically bound jazz programs vs. jazz islands in a stylistically diverse music program are up for discussion.
Stefan Hentz

Program:

Carolyn Birdsall (Amsterdam):
European Jazz and the Radio Archive.

In this presentation, Dr. Carolyn Birdsall (University of Amsterdam) will draw on her recent research project on radio libraries/archives in Europe in order to consider the place of (popular) music in those collections, and for program production. The presentation will include case studies about how (popular) music, both commercial and “own recordings”, featured in those broadcaster collections in the 1930s-1940s, with an attention to the uses/abuses of those collections in the context of World War II (for instance, at Radio Luxembourg), and the changing radio library/archive landscape after 1945 (for instance, with the establishment of the AFN and BFN in Europe).

Andreas Felber (Vienna):
A changing relationship.
The presence of jazz in Austrian public radio.

In this presentation, Dr. Andreas Felber (ORF Wien) would like to discuss the perspective of Jazz in Austria. For many, especially older music fans in Austria, the 1970s and 1980s still represent a kind of "golden era" in terms of the presence of jazz on Austrian broadcasting. And this was no coincidence: as a result of the 1967 broadcasting reform, a wide variety of jazz programs were presented, especially on the newly created "youth radio station" Ö3. But jazz was also present in the TV program. Already in the years before the liberalization of the broadcasting market in Austria in 1995 - which was very late in Europe - the broadcasting presence of jazz on TV and radio began to dwindle: Improvised music was banned from TV channels altogether in the 1990s; in terms of radio, it was shifted to the programming of ORF's culture and information station Ö1 during this period. Here, on Ö1, jazz still finds its most important media platform in Austria, on the one hand through seven regular broadcasts (six of them weekly), and on the other hand through the recording of about 100 concerts a year throughout Austria.

Nicolas Pillai (Dublin):
Jazz on the Telly.
Archives, memories and re-enactments of jazz on the BBC.

In this presentation, Dr. Nicolas Pillai (Creative Futures Academy, University College Dublin) reflects on the research project Jazz on BBC-TV 1960-1969. He will describe the archival research into production documents and wiped programming, as well as interviews with surviving members of crew and audience. The presentation will conclude with an account of three re-enactments of 1960s jazz television: Jazz 1080, produced by ex-BBC crew and university students; Jazz 625 Live, a BBC Four re-enactment which won Best Music Programme at the 2020 Broadcast Awards; and Albert Ayler's Ghost, a short play which interrogates gaps in the archive.

Rüdiger Ritter (Bremerhaven):
Jazz Diplomacy in the Cold War, Willis Conover's Jazz broadcasts on "Voice of America" and the reception in the Eastern Bloc (Soviet Union, Poland, Czechoslovakia, Hungary).

With his radio program Music USA - Jazz hour, which was received worldwide via shortwave every evening for four decades beginning in 1955, Voice of America radio host Willis Conover not only provided an essential source of jazz information, but also realized a central concern of U.S. cultural diplomacy. Conover himself traveled to the Eastern Bloc states, played a major role in shaping jazz festivals there such as the Jazz Jamboree, and became a legend among jazz musicians and jazz lovers. The cultural politicians of the Eastern Bloc countries knew how to use his presence skillfully, which led to a strengthening of the local jazz scenes. The lecture shows Conover's role in this cultural-political competition. The basis is his estate, evaluated for the first time for this purpose, as well as research in archives and conversations with contemporary witnesses in the countries of the former Eastern Bloc.

Bernd Hoffmann (Cologne)
"Jazz Notes for Young People"
Three german TV broadcasting series of the 1950s and 1960s.

In this presentation, PD Dr. Bernd Hoffmann (RadioJazzResearch) would like to discuss the perspective of Jazz in West German television. While the 1950s were devoted to the numerous radio jazz series, the 1960s saw a surprising number of television series, with their offerings on improvised music." They could not be more different, the jazz broadcasting series of SWF (Südwestfunk), HR (Hessischer Rundfunk) and NDR (Norddeutscher Rundfunk), which is exactly why a comparison is worthwhile: The extensive SWF series, already founded in 1955 by J.E. Berendt ("Jazz - Gehört und Gesehen"), is strongly oriented toward U.S. touring in Europe, the HR series ("Jazz für junge Leute") with Olaf Hudtwalker, focuses on the regional theme and the amateur scene in the afternoon program, and finally the NDR series (Notizen aus der Jazz-Werkstatt) provides insights into the productions of the extremely active radio jazz editorial team around Hans Gertberg. Three very different perspectives of jazz television - in the early 1960s - in the Federal Republic of Germany.

Tara Minton (London)
The musician-led and -produced jazz podcast: a first-hand perspective.

The Jazz Podcast began as a small, local show focusing on the British jazz scene. In 2021 it was inducted into the British Library collection and has since expanded to host up-and-coming to legendary European, American and global jazz artists.
This presentation will cover the "DIY" nature of podcasts and why this works as a platform to engage in meaningful conversation with jazz musicians about their art and lives. Both Tara Minton and Rob Cope are professional jazz musicians, allowing them an insider's perspective when talking with fellow artists. Over the years The Jazz Podcast has cultivated positive relationships with labels, managers and promoters, but has always retained its authenticity as a grassroots media entity. Radio hosts are bound by press releases or time limits - the medium of podcast is more fluid, creating space for a more personal and authentic artist lead interaction.
The presentation will include audio and visual excerpts from favorite interviews and there will be time for questions at the end.