23.10.2004
Lehar Filmtheater, Bad Ischl

Voice: Anna Lauvergnac (I)
Trumpets: Thorsten Benkenstein (D), Matthieu Michel (CH), Thomas Gansch (A), Jürg Engels (D)
Trombones: Adrian Mears (AUS), Robert Bachner (A), Christian Muthspiel (A), Ed Partyka (USA)
Reeds: Klaus Dickbauer, Harry Sokal, Herwig Gradischnig (A), Andy Scherrer (CH), Heinrich v. Kalnein(D)
Guitar/perc: Alegre Corrêa (BRA)
Electronics: Martin Koller (A)
Bass: Georg Breinschmid (A)
Drums: Mario Gonzi (A)
Leader: Mathias Rüegg

Da kommt Jazz - Jubel auf

Die Jazzfreunde Bad Ischl feierten in Ischler Locations gebührend ihr „silbernes“ Jubiläum. Das Vienna Art Orchester (VAO) und das Klaus Hödl Quartett waren die musikalischen Gratulanten.
Auch engagierte Kulturvereine und die darin arbeitenden Mitglieder werden natürlich älter. Älter werden bedeutet natürlich Rückblick, dadurch Kraft holen für weitere Jahre des unerbittlichen, immer an der finanziellen Kippe entlang schlitternden Engagements. Zunächst hieß es aber bei den Jazzfreunden, Jazz musikalische Festtags - Delikatessen anzubieten.
Wie sich für einen Jazz – Nahversorger so gehört, suchte man an diesen zwei Abenden einen Kontext zwischen einer Combo mit starker lokaler Einbindung und einem Ensemble mit internationalem Renomee. Nicht ganz preiswert vermutlich das ganze Doppelpack, aber bei verdienten Feierlichkeiten vergisst man gerne auch mal die Kosten. Recht so – Jazzfreunde – „haut wirklich auf den Putz.“ Wir alle haben davon profitiert. Im mittlerweile zum Stammlokal avancierten Weinhaus Attwenger spielten Local Heroes zum Jubiläum auf. Klaus Hödl, mehr als verdienter Schlagzeuger der ersten Stunde im zarten „Ischler Jazzpflänzchen“, gestaltete mit Musikschulkollegen einen wunderbaren Abend mit Standards der Jazzgeschichte.
Das Musik-Padagogen Quartett orientierte sich bei diesem ihrem zweiten Konzert im Weinhaus mehr an straightem Jazz und gab dabei ein echte Leistungsbilanz des Jazz mit regionalem Bezug. Und am Samstag dann das VAO um Mathias Ruegg. Das Lehar zum Bersten gefüllt. Phantastische Feierstunde des ganz großen Jazz mit einem im doppelten Sinn ganz großen Orchester. Und dieses wunderbare Ensemble aus lauter großen Jazzpersönlichkeiten der österreichischen Szene lieferte eine wahrhafte Galavorstellung zu Ehren der Jazzfreunde ab. Es gibt keine perfektere Gratulation für einen verdienten Verein. Mal seriös, mal wunderbar verspielt, mal komödiantisch, aber immer der musikalischen Qualität bis ins Letzte verpflichtet. Wobei der fantastische Arrangeur Ruegg natürlich die ganze Jazz-Big Band Historie kennt, aber auch in einzelnen Stücken unter Einbindung der Elektronik und der Programmierung einen gewagten Schritt nach vorne geht. Einfach zum Niederknien!!
Im Lehar brannten die Jubiläums Kerzen noch lange.
Das Musik - Kultur – Wochenende in Bad Ischl in diesem Jahr?! Für mich ganz sicher! So können musikalische Nahversorger den Kampf gegen die Veranstalterriesen sicher gewinnen. Auch aus diesem Grund ein persönliches Danke des Rezenten für 25 Jahre toller Konzerte in dieser Stadt und damit willkommener Anlass für viele spannende Kulturberichte.

"Bad Ischler Rundschau" vom 27.10.2004 - Roland Holzwarth

Jazzfreunde feiern in Ischl

Vienna Art Orchestra: Ein prächtiges Geburtstagsgeschenk bereiteten sich die Jazzfreunde Bad Ischl: Zum 25-Jahr-Jubiläum glänzte das Vienna Art Orchestra im Lehar-Theater mit dem neuen Programm "Big Band Poesie".
Eine klang- und sangvolle Demonstration neuer Big Band Literatur, geschrieben von Mathias Rüegg. Er ließ sich von Zitaten legendärer Jazzpersönlichkeiten für Titel und Motive der dreizehn Kompositionen inspirieren. Rüeggs Texturen zeichnen mit viel Sinn für harmonisches Dekor Klangschattierungen mit Profil, aber auch viel Platz für Solistik.

"Neue Kronen-Zeitung" vom 26.10.2004 - PB 

Weinhaus Attwenger - Bad Ischl
22.10.2004

Markus Gorofsky: trumpet
Dieter Stemmer: piano
Roland Kramer: bass
Klaus Hödl: dru

Da kommt Jazz - Jubel auf.

Die Jazzfreunde Bad Ischl feierten in Ischler Locations gebührend ihr „silbernes“ Jubiläum. Das Vienna Art Orchester (VAO) und das Klaus Hödl Quartett waren die musikalischen Gratulanten.
Auch engagierte Kulturvereine und die darin arbeitenden Mitglieder werden natürlich älter. Älter werden bedeutet natürlich Rückblick, dadurch Kraft holen für weitere Jahre des unerbittlichen, immer an der finanziellen Kippe entlang schlitternden Engagements. Zunächst hieß es aber bei den Jazzfreunden, Jazz musikalische Festtags - Delikatessen anzubieten.
Wie sich für einen Jazz – Nahversorger so gehört, suchte man an diesen zwei Abenden einen Kontext zwischen einer Combo mit starker lokaler Einbindung und einem Ensemble mit internationalem Renomee. Nicht ganz preiswert vermutlich das ganze Doppelpack, aber bei verdienten Feierlichkeiten vergisst man gerne auch mal die Kosten. Recht so – Jazzfreunde – „haut wirklich auf den Putz.“ Wir alle haben davon profitiert. Im mittlerweile zum Stammlokal avancierten Weinhaus Attwenger spielten Local Heroes zum Jubiläum auf. Klaus Hödl, mehr als verdienter Schlagzeuger der ersten Stunde im zarten „Ischler Jazzpflänzchen“, gestaltete mit Musikschulkollegen einen wunderbaren Abend mit Standards der Jazzgeschichte.
Das Musik-Padagogen Quartett orientierte sich bei diesem ihrem zweiten Konzert im Weinhaus mehr an straightem Jazz und gab dabei ein echte Leistungsbilanz des Jazz mit regionalem Bezug. Und am Samstag dann das VAO um Mathias Ruegg. Das Lehar zum Bersten gefüllt. Phantastische Feierstunde des ganz großen Jazz mit einem im doppelten Sinn ganz großen Orchester. Und dieses wunderbare Ensemble aus lauter großen Jazzpersönlichkeiten der österreichischen Szene lieferte eine wahrhafte Galavorstellung zu Ehren der Jazzfreunde ab. Es gibt keine perfektere Gratulation für einen verdienten Verein. Mal seriös, mal wunderbar verspielt, mal komödiantisch, aber immer der musikalischen Qualität bis ins Letzte verpflichtet. Wobei der fantastische Arrangeur Ruegg natürlich die ganze Jazz-Big Band Historie kennt, aber auch in einzelnen Stücken unter Einbindung der Elektronik und der Programmierung einen gewagten Schritt nach vorne geht. Einfach zum Niederknien!!
Im Lehar brannten die Jubiläums Kerzen noch lange.
Das Musik - Kultur – Wochenende in Bad Ischl in diesem Jahr?! Für mich ganz sicher! So können musikalische Nahversorger den Kampf gegen die Veranstalterriesen sicher gewinnen. Auch aus diesem Grund ein persönliches Danke des Rezenten für 25 Jahre toller Konzerte in dieser Stadt und damit willkommener Anlass für viele spannende Kulturberichte.

"Bad Ischler Rundschau" vom 27.10.2004 - Roland Holzwarth

25 Jahre Jazzfreunde Bad Ischl

Die stete und rege Arbeit von Jazzclubs und vor allem der oft auf-opfernde Einsatz ihrer Mitglieder sind ein wichtiger Faktor, der die Jazzmusik am Leben erhält und nicht zu einer musealen Erscheinung verkommen lässt.
Ein solcher Jazzclub sind die Jazzfreunde Bad Ischl.
Bad Ischl ist somit nicht nur für Kaisertreue und Naturliebhaber, sondern auch für Jazzfans eine Reise wert. (Emanuel Wenger - Jazz Live 2004)

Mag. Roland Holzwarth

begleitet seit den frühen 90iger Jahren als freier Rezensent der lokalen Printmedien (frühere Salzkammergutzeitung, dann Ischler Rundschau und Salzkammergutrundschau) die Musikszene im Salzkammergut.
Seine Bilder und Texte über die vielen Events aus dem breiten Spektrum der zeitgenössischen Kultur stellen einen wesentlichen Faktor der Kulturberichterstattung unserer Region dar.

Dauer der Photoausstellung
vom 17. September bis 8. Oktober 2004
in der Sparkasse Bad Ischl 

Lehar Filmtheater - Bad Ischl
20.08.2004

In Kooperation mit den Festwochen Gmunden

Wolfgang Muthspiel: guitars, violin, electronics
Alegre Corrêa: guitar, percussion, voice
Christian Muthspiel: trombone, piano, recorder, electronics

Jazz der Extraklasse in Bad Ischl

Ein gespanntes Publikum im voll besetzten Leharer-Filmtheater in Bad Ischl freute sich vergangenen Freitag auf ein Jazzkonzert der Extraklasse. Im Rahmen der Gmundner Festwochen und der Bad Ischler Jazzfreunde traten die Brüder Wolfgang und Christian Muthspiel erstmals mit einem Neuzugang auf.
Der gebürtige Brasilianer und Bongospezialist Alegre Corrêa ergänzt das Duo perfekt. Ihr Spaß an der Musik zog das Publikum in eine Jazzwelt voller Improvisation, sodass am Ende bei nicht endendem Applaus eine Zugabe nicht genügte.
Die Brüder Muthspiel stehen seit über 20 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Mit ihren Kompositionen überschreiten sie die Grenzen zu verschiedenen Musikstilen und verbinden scheinbar unvereinbares miteinander.
So zeigte beispielsweise Christian Muthspiel, wie man aus einem klassischen Jodler ein Jazzstück macht. Auch Wolfgang Muthspiel verjazzte gekonnt ein Stück der Beatles. Ihr Jazz geht unter die Haut, auch das spiegelt sich in den Reaktionen der Zuschauer wieder.
Der allgemeine Tenor reichte von „ein spitzen Konzert“ bis „genial“. Der Erfolg und die Qualität dieses Abends lässt auf eine Wiederholung im nächsten Jahr nur hoffen.

Gattinger - Salzkammergut Rundschau, 25.08.2004

PKS - Villa Rothstein  - Bad Ischl
17.06.2004

Simone Kopmajer: voice
Gerhard Berger: reeds
Christian Wegscheider: piano, arr.
Alexander Mike: bass
Philipp Kopmajer: drums

Jugend als jazz-musikalisches Erfolgsrezept

Simone Kopmajer verzückte mit ihrem Auftritt in der PKS Villa schlichtweg das Publikum

Die Jazzfreunde Bad Ischl scheinen in ihrem Jubiläumsjahr die Geschmacks- und Wohlfühlnerven des Ischler Publikums im Moment mit ihrer Konzertprogrammierung voll zu treffen. Das Match Fußball gegen Jazz konnte der Veranstalter jedenfalls für sich entscheiden. Zum Konzert der jungen Vokalistin war auf jeden Fall der Parkplatz vor der wunderbaren „location“ in Kaltenbach fast voll. Die Buffetplatten bogen sich vor lauter Köstlichkeiten, das Bier war wunderbar gekühlt und der gepflegte Plauderton störte keineswegs den 2 – teiligen Vortrag von Kopmajer mit ihrem Quintett. Und in der gegenwärtigen Epoche der gehoben – gefälligen vokalen Verlockungen zwischen den großen Abräumerinnen Norah Jones und der smarten und hübschen Diana Krall liefert also auch das steirische Salzkammergut über den Umweg New York eine Menge Trend Nachschub. Der Weg von BA nach NY City scheint also musikalisch gesehen nicht weit, es wird sozusagen kaum musikalisches Kerosin verbraucht. Die junge Dame im „kleinen Schwarzen“ tritt mit jugendlicher Unverfrorenheit und dem Vertrauen auf ihr Können an die auditive Öffentlichkeit und präsentierte sich mit Erfolg als Teil der singenden Retrogemeinde. Das Repertoire besteht großteils aus Standards der langen Jazzgeschichte und reichte von Alan Jay Lerner (My fair Lady) bis zum Altmeister des orchestralen Sounds Bert Kaempfert. So prägen die ganz großen Melodien ihren Auftritt im dezenten und charmanten Ambiente der PKS Villa. Die musikalischen Begleiter Christian Wegscheider (piano), Alexander Meik (bass) und der „kleine Bruder“ Philipp Kopmajer (drums) und als Extra – Gast am Saxofon Gerhard Berger gaben ihr dabei die notwendige „Rückendeckung“. Ein Instrument beherrschte allerdings den netten Abend, die Stimme. Die junge Dame war in den schnell vergangenen Stunden nicht zuletzt dank ihrer manchmal eleganten, manchmal rauen, aber immer souveränen Stimme, in Richtung Sonne, Mond, Sterne und viel Sehnsucht unterwegs. Das Programm schien unbedingt den „Nerv“ des Publikums zu treffen, daher ganz, ganz großer Schlussapplaus und dringende Zugabenforderungen.

Roland Holzwarth - Bad Ischler Rundschau 23.6.2004

JAZZ: Simone Kopmajer überzeugt im 5er

Feurig und ausgereift

Dass das zarte Pflänzchen Jazz auch abseits der Metropolen gedeiht, dafür sorgen engagierte Veranstalter wie der Verein der Jazzfreunde Bad Ischl, der heuer sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Als zusätzlicher Schauplatz für seine Konzerte steht dem Verein die PKS Villa zur Verfügung. Das Jugendstilhaus ist eine skurrile Mischung aus Freilichtmuseum, Salon und Weihestätte für den viel diskutierten Grün-Pionier und Wasserguru Viktor Schauberger. Donnerstagabend gastierte dort das Quintett der 23-jährigen Sängerin Simone Koptmajer. Ihr Zugang zum Jazzgesang ist traditionell, beinah konservativ, ihre Ikone unüberhörbar die große Ella Fitzgerald. Die fünf covern das American Songbook. So wird aus Glenn Millers Moonlight Serenade ein flockiger Samba und aus "Wouldn't it be lovely" ein feuriger Funksong. Koptmajers Stimme ist technisch sehr ausgereift, sie intoniert bombensicher, scattet dynamisch und mit Humor. Ihr Bruder Philipp bedient das Schlagwerk sicher und vorantreibend, Bassist Alexander Mike spielt virtuos und soliert ideenreich. Der Tiroler Pianist Christian Wegscheider steuert spannende Arrangements bei und improvisiert abgeklärt und souverän. Eine gelungene Talentprobe.

Christoph Haunschmid - Oberösterreichischen Nachrichten 19.06.2004