Miroslav Vitouš & Emil Viklický Duo

Landesmusikschule, Bad Goisern
11.05.2017

ORF-Aufnahme!

Miroslav Vitouš: bass
Emil Viklický: piano

icon media audio"Love, oh love" by Emil Viklický

EmilViklicky
Foto: Norbert Fuchs

Miroslav Vitoušš im Duo mit Emil Viklický
http://oe1.orf.at/player/20180108/500694

On stage mit Gerhard Graml. Miroslav Vitoušš im Duo mit Emil Viklický bzw. mit Adam Pieronczyk in Bad Goisern bzw. bei den Inntönen 2017.

Kontrabassist Miroslav Vitoušš schrieb Anfang der 1970er Jahre als Mitbegründer der legendären Fusion-Band "Weather Report" Jazzgeschichte: Eine Karrierephase, die der gebürtige Prager in den vergangenen Jahren in zwei Alben für ECM, zuletzt "Music of Weather Report" (2016) aufgearbeitet hat. In Österreich war der 70-Jährige, der seit 1988 wieder in Europa lebt, im Frühjahr 2017 in gänzlich anderem Kontext zu erleben: in kammermusikalischen Duo-Konstellationen.

Mit dem tschechischen Pianisten Emil Viklický tauschte sich Miroslav Vitoušš am 11. Mai in Bad Goisern auf Basis von Vorlagen aus, die - in Gestalt tschechisch-mährischer Volkslieder oder von Werken Leoš Janáceks - nicht selten auf die Heimat der Musiker Bezug nahmen.


CCWien
Mit freundlicher Unterstützung des Tschechischen Zentrums - Wien

Ein Tasten Patriarch trifft auf den Bass – Prinzen!

In der Landesmusikschule Bad Goisern kam es zu einer umjubelten „Reunion“ zwischen 2 ganz großen Vertretern des europäischen Jazz - Miroslav Vitouš und Emil Viklický!
Das Ergebnis war eine fulminante Bestimmung des „State of the Art“ der Jazz – Duo Tradition.

Beide gelten schon seit langem als Doyens der euro-amerikanischen Jazzszene. Haben doch beide lange in den USA gelebt und dort das Jazzgeschehen der 70iger und 80iger Jahre entscheidend mitgeprägt.
Der eine – Viklický- eher als „Musik-Lehrer“ am Berklee College of Music in Boston – der andere – Vitouš eher „unprofessoral „ als Bass Rebell in der stilbildenden Jazz-Rock Formation „Weather Report“!

Beide sind dann – nicht ungern – in die „Pension“ nach good old Europe zurückgekehrt.
Und so ergibt sich für uns die mehr als willkommene Gelegenheit, zwei Jazz Granden in einer interessanten aber eher seltenen Versuchsanordnung zu erleben.

In der eher als „spartanisch“ zu betrachtenden Duo Formation reduziert sich das jazzmusikalische Geschehen gleich mal auf das Wesentliche.
Und das ist an diesem Abend in Goisern die Souveränität an dem jeweiligen Instrument, allerhöchste Verlässlichkeit auf Grund lebenslangen Könnens und Erfahrung und damit auch unerschütterliches Vertrauen in das Spiel des Partners.

Das schon eher kammermusikalische Setting an diesem Abend zeigt die traumwandlerische Sicherheit der Beiden. Wunderbare Klavier Figuren - irgendwo zwischen Jazz – Blues Tradition und europäischer Klassik Schule - treffen auf den Bass von Vitouš mit eher „faserschmeichlerischer“ Grundattitüde als (über)fordernden Grenzüberschreitungen.

Alles zusammen war das Ganze so etwas wie die Jubiläums – Feierstunde einer „alten“ Jazz Familie. Und wie Feiern so manchmal sind, gegen Ende hatte man (ich) das Gefühl, es war bei dieser „family reunion“ so gut wie alles gesagt. Man versteht sich – schon fast blind – man respektiert sich – man fordert sich gelegentlich – und doch „hört“ man kleine Abnützungserscheinungen wie halt so üblich bei langen (musikalischen) Beziehungen.

Und trotzdem wäre man „beleidigt“ gewesen, hätten sich uns nicht zu diesem Treffen eingeladen, wir hätten ja in der Tat auch etwas versäumt,

meint
Roland Holzwarth