mauve - Shilkloper, Corrêa, Breinschmid

Weinhaus Attwenger - Bad Ischl
26.03.2003

Arkady Shilkloper: french horn, flugelhorn, alphorn, didgeridoo, Wagner tuba
Alegre Corrêa: guitar, percussion, vocals
Georg Breinschmid: doublebass

MAUVE

 Foto: Roland Holzwarth

Hörner und viele Saiten

Das österreichische international durchsetzte Ensemble überzeugte bei seinem Konzert im Ischler Weinhaus Attwenger mit zartem Flow.

Der Ruf und die Bedeutung Wiens als Musik-Knotenpunkt aller möglichen Stil- und Kulturrichtungen ist ungebrochen. Mauve ist auch ein Hinweis, dass die Donaustadt immer mehr zur Begegnungsplattform diverser Musikströme wird. Sozusagen am Übergang zwischen "Ost" und "West" kristallieren sich sehr interessante Musik-Mischkulanzen heraus. Bei Mauwe treffen die Hornklänge des russischen Bläsers Arkady Shilkloper auf die brasilianische Gitarrenschule von Alegre Correa und die österreichische Kontrabasstradition verkörpert von Georg Breinschmid. Herauskommt eine dezente und doch spannende Melange, im Prinzip leicht verdaulich und doch mit entsprechendem Anspruch. Mit Mauve zeigt auch die österreichische Jazzszene, welche Dynamik und vor allem welch hoher internationaler Anspruch angestrebt wird. Die verschiedenen musikalischen und geographischen Ursprungskoordinaten auf einen wohlbekömmlichen Nenner zu bringen, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Dreier versteht es, trotz aller stilistischen und regionalen Differenzen ein stimmungsvolles Statement purer Musizierlust abzuliefern. Man ist mal fein nuanciert unterwegs, vergisst auch nicht den kammermusikalischen Touch (kein Wunder bei der Gediegenheit der musikalischen Ausbildung der Musiker) und bedenkt die persönliche Musikfreiheit im Rahmen eines Jazzkonzertes. Das dezente Grooven überwiegt bei den 2 Hälften des gemütlichen Abends, gelegentliches Aufflackern brasilianisch angelegter Samba und Bossa Rhythmik inklusive. Stimmungs- und Rhythmus ist also das Mellow - feeling, kein Wunder steht "Mauve" ja für das französische Wort für "malvenfarbig und tiefes dunkles Rot". Das Publikum verstand es, die musikalische Qualität wie einen guten Rotwein entspannt zu genießen. Große Aufregung kann in diesem Zusammenhang natürlich nicht aufkommen. Jetzt kann übrigens definitiv der Sommer kommen.

Roland Holzwarth - Bad Ischler Rundschau; Ausgabe 14; 3.04.2003