Dave Brubeck Quartet

Kongress & Theater Haus, Bad Ischl
01.05.2001

Dave Brubeck: piano
Bobby Militello: sax
Alec Dankworth: bass
Randy Jones: drums

DaveBrubeck 500
Foto: Roland Holzwarth

Die ewige (Jazz) Jugend des Dave Brubeck

Die achzigjährige Jazzlegende bewies in Bad Ischl, das Musik ein Jungbrunnen ist

Auf der Bühne im gut besuchten Kongresshaus überwog an diesem Abend das graue Männerhaar. Über das Durchschnittsalter des Brubeck Quartetts schweigt man sich besser aus. Und der Vierer um den Piano Großmeister stellte in seinem mehr als 2stündigen Konzert klar, daß die Herren noch meilenweit von der sogenannten "Jazz - Geriatrie - Abteilung" entfernt sind. Brubeck blickt auf jeden Fall auf 60 Jahre Karriere zurück und bereits nach 2 Titeln wurde klar, warum der große alte Mann diese Bedeutung für den Jazz hat. Alter bedeutet zumindest im Fall von Brubeck Souveränität und vollkommene Sicherheit. Tausende Stunden Konzerterfahrung hört man bei jedem Pianoakkord heraus.
Vor allem bei den Balladen kommen große Gefühle beim Zuhörer auf. In der dabei eingesetzten Reduktion im Spiel kommt die wahre Größe des Brubeck heraus. Kein Takt zu viel, alles passt auf den Punkt. Der "Bösendorfer" erstrahlt akustisch wie selten. Die Piano - Akzente perlen wie weiße Edelsteine ins Publikum.
Und dazu diese Band. Vor allem Saxofonist Bobby Militello spielte ebenso stil- wie geschmackssicher durch die Klassiker des Dave Brubeck und agierte dabei stets phantasievoll. Derartig warmes Saxofonspiel hört man nicht zu oft im zeitgenössischen Jazz und seine luftigen Saxchorusse korrespondieren perfekt mit Brubecks Piano.
Die beiden Rhythmiker spielen makellos wie nicht anders zu erwarten von hochkarätigen Musikern. Die ganze Band schwelgt jazz - musikalisch über die bekannten Themen von Brubeck.
Die von Brubeck vorstellten Titel aus seiner gegen Ende des Jahres erscheinenden CD "The Crossing" sind ein Hinweis dafür, daß Brubeck durchaus noch große Pläne hat. Bei der akustischen Nachempfindung einer großen Jazz - Kreuzfahrt auf der Queen Elisabeth II von New York nach Southampton spürte man die große Kraft und den grenzenlosen Optimismus von Brubeck und seinen Leuten. In jeder Beziehung "volle Kraft voraus" für das Quartett. In den alten Motoren steckt noch sehr viel Kraft und Power und noch mehr Strahlkraft.
Das ganze Konzert endete mit dem unverzichtbaren "Take five" und mit "standing ovations" für Brubeck und die Band. Und noch etwas, für diese Leute ist der elegante Smoking die durchaus passende "Dienstkleidung".

Roland Holzwarth - Bad Ischler Rundschau; 10.05.2001