"Two Generations of Jazz - Musikuniversitäten zu Gast" IX: KUG Graz

Kalvarienbergkirche - Bad Ischl
06.06.2019

Heinrich von Kalnein & KUG Saxophone Quartet feat. Uli Rennert - keyb.

Jaka Arh (SLO) - Soprano Sax
Jonathan Herrgesell (A) - Alto Sax
Cristina Miguel Martinez (E) - Tenor Sax
Heinrich von Kalnein (D/A) - Baritone Sax

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Foto: Roland Holzwarth
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Foto: Roland Holzwarth
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Foto: Roland Holzwarth
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Foto: Roland Holzwarth
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Foto: Roland Holzwarth




KUG ockerbraun

Mit freundlicher Unterstützung der Kunstuniversität Graz / Institut für Jazz

Jazz in der Kalvarienbergkirche

Erstmals gab es ein Jazzfreunde-Konzert in der Ischler Kalvarienbergkirche: Es konzertierte das "KUG Saxophone Quartet" mit Heinrich von Kalnein sowie "Special Guest" Uli Rennert am Keyboard.
Es war dies das neunte "Two Generations of Jazz"-Konzert der Jazzfreunde, bei dem Studenten und Dozenten von Musik-Unis gemeinsam konzertieren. Diesmal war Graz an der Reihe. Im KUG Saxophone Quartet" vereinen sich die jeweils besten Instrumentalisten des Instituts für Jazz der Grazer Kunsuniversität (KUG). Gemeinsam mit Heinrich von Kalnein (Bariton-Sax) konzertierten Jaka Arh (Slowenien - Sopran-Sax), Jonathan Herrgesell (Österreich - Alto-Sax) und Cristina Miguel Martinez (Spanien - Tenor Sax).
Neben dem treuen Jazzfreunde-Stammpublikum war auch Stadtpfarrer Christian Öhler unter den Zuhörern.
"Altmeister" Heinrich von Kelnein lehrt seit 1995, zunächst als Assistenzprofesor, 2004 als Leiter einer eigenen Klasse, an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Den Ischler Jazzfreunde und Obmann Emilian Tantana ist er schon seit über zehn Jahren verbunden. "In keiner Stadt habe ich in so vielen unterschiedlichen Locations gespielt", merkte Kalnein an. Mit etwa zwölf Jahren habe er sich einst in das Saxophon und dessen "göttlichen Klang verliebt". In der "zauberhaften" (Kalnein) Ischler Kalvarienbergkirche spielte das Quartett zum großen Teil Eigenkompositionen Kalneins, die seinen jungen Kolleg/innen viel Raum boten, ihr großes Können unter Beweis zu stellen - ein durchziehendes Gewitter (gewiess nicht als Zeichen göttlichen Zorns) sorgte zeitweise für eine "klangliche Untermalung".
In zweiten, eher "schrägeren" Teil des Konzerts gesellte sich Uli Rennert am Keyboard hinzu. Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker. Geboren in Frankfurt, lebt er seit den 1980er-Jahren als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz.

Manfred Madlberger, Ischler Woche - 12.06.2019

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Foto: Manfred Madlberger
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Foto: Manfred Madlberger


Seltsame Jazz-Begegnungen auf dem Kalvarienberg zu Ischl – KUG Graz als Ziel einer „Pilgerreise!“

Wallfahrtskirchen haben normalerweise einen anderen Zweck. Aber am 6. Juni pilgerten wir gerne auf einen der 3 Ischler „Kogel“ um Jazz zu hören.
So wurde es gleich von Beginn an zu einer besonderen Wallfahrt – die vielleicht zu Beginn skeptisch erwartete „Heilsbringung“ kam von der KUG Graz.

Nein, dies ist keine neue christliche Subströmung – es handelt sich „nur“ um musikalische Heilsübungen mit viel Blech und einigen schwarz – weißen Tasten und noch viel mehr „Knöpferln“ als Instrumentarium.
Heinrich von Kalnein und das KUG Saxophone Quartett zeigen hörenswert und sehr lebendig auf, wo die Standards der österreichischen Jazz Schulen sich im Moment befinden.

Und das Niveau ist in der Tat erstaunlich – die „Lernziele“ wurden bei weitem erreicht, würde ich als Pädagoge einfach mal so meinen. Dazu kommt noch ein hohes Niveau an Eigenständigkeit im Vortrag. Jetzt aber im Ernst – die 3 „Studenterln“ und der Herr Professor überzeugten auf weiter Line in fast allen „Jazz – Lehr – Inhalten“. Das Ergebnis waren durchweg komplexe Stücke mit großer Zuhörerwirkung.

Dazu kam noch das formidable „Team – Teaching“ durch Uli Rennert, der die musikalischen Inhalte zu neuen musikalischen Inhaltsebenen erfolgreich umleitete.
Seine Funk/Groove Andeutungen haben mich noch lange beim „Pilger – Heimweg“ begleitet und meinen „Glauben“ an den Jazz und seine nachhaltige Tiefenwirkung verstärkt.

Dieser mein ganzer Kommentar ist teilweise auf meinen Beruf bezogen leicht ironisch aber doch mehr als ernst gemeint.
„Meine“ Jazz – Freunde sollten das ganze „Geschreibe“ vor allem auch als Lob für die gelungene „Location“ Wahl und überhaupt das ganze Frühjahr/Sommer Programm verstanden wissen

meint der Szenebeobachter Roland Holzwart

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Foto: Roland Holzwarth