"Jazz meets Literature" I

Großer Saal des katholischen Pfarrheimes
In Kooperation mit der Bibliothek der Pfarre Bad Ischl

"Was es ist" - Lyrik und Prosa von Erich Fried
Frank Hoffmann: Stimme
Martin Gasselsberger Trio
    Martin Gasselsberger: piano
    Roland Kramer: double bass
    Gerald Endstrasser: drums

Foto: Roland Holzwarth

Foto: Roland Holzwarth


Foto: Emilian Tantana

Mg3, Hoffmann und Fried
Genau das sind die „Zutaten“ für eine gelungene Mixtur aus Jazz, Lyrik und Stimmkunst.

Zuerst ist da die „Stimme“ von Frank Hoffmann – dazu ist schon alles geschrieben. Der Mann hat ein „Organ“ – laut, leise, Zerbrechlichkeit und Intensität – all das hat „die Stimme Österreichs“ drauf.
Diese Stimme macht vermutlich auch aus einem x-beliebigen „Papierchen“ eine fesselnde und mitreißende Geschichte. Aber gerade die Umsetzung der Fried Gedichte gewinnt dadurch an Eindringlichkeit. So wird die Message von Fried, die große Story der Humanität, eine eingehende, gewinnende und unvergessliche Geschichte.
Das ist meiner Meinung nach gerade in einer Zeit der rasanten, „einsilbigen“ und vergänglichen Botschaften a la „SMS“ die Grundvoraussetzung um die Zuhörer zu gewinnen.
Das gelingt dann noch mehr durch die musikalische Unterstützung von „mg3“. Obwohl Jazz und Lyrik so neu nicht mehr ist und manchmal auch schon mehr als ausgereizt daherkommt, gelingt es den Musikanten um Gasselsberger doch einmal mehr, mit ihrem „gekonnten“, nicht ganz taufrischen Jazz – Allerlei, die Botschaft von Fried in den Saal, in die oft „abgebrühten“ Gehörgänge und zuletzt ins Herz zu transportieren. Die Interaktion zwischen den „4“ gelingt einfach – die große Spontanität eines zielstrebigen Jazzensembles bleibt dabei im Angesicht der „großen Sache“ etwas auf der Strecke ...

„Was es war“ – eine gelungene Wiedererweckung der leicht zu vergessenden Gedanken eines ganz Großen des gesprochenen Wortes – Erich Fried. Dass man/Frau mit Jazz Konzerten wie diesem auch so manchen „Jazz – Leien“ für diese Welt – Musik vielleicht gewinnen konnte, ist ein wunderbarer „Side – Effect“ meint

Roland Holzwarth: Bad Ischl – 20.03.2013

Frank Hoffmann und das Martin Gasselsberger Trio in Bad Ischl
Wunderbare Momente in Musik und Literatur bescherten Frank Hoffmann und das Martin Gasselsberger Trio kürzlich den zahlreichen Besucher im Bad Ischler Pfarrheim.

Auf Einladung der Bibliothek der Pfarre und der Jazzfreunde las Frank Hoffmann ausgewählte Gedichte aus dem literarischen Vermächtnis von Erich Fried.

Vor 75 Jahren war „aus dem Oberschüler Erich Fried ein verfolgter Jude“ geworden. Dem 17jährigen gelang die Flucht nach England, von wo aus er seiner Mutter und 70 anderen Personen zur Flucht ins englische Exil verhalf.
Für sein literarisches Werk, das neben den vielen Gedichtbänden, einem Roman auch zahlreiche Übersetzungen umfasst, erlangte Erich Fried spät die ihm gebührende Anerkennung. Erst gegen Ende seines Lebens, als er schon schwer von Krankheit gezeichnet war, erhielt er den Bremer Literaturpreis, den Österreichischen Staatspreis und den Georg-Büchner-Preis. Erich Fried ist 1988 gestorben.
Egal ob die Kriegs-, Angst-, Zorn- oder Liebesgedichte von Erich Fried – sie haben bis heute nichts von ihrer poetischen und politischen Kraft verloren. Frank Hoffmann zog mit seiner außergewöhnlichen Stimme das Publikum in Bann – kongenial begleitet vom Martin Gasselsberger Trio, das sehr feinfühlig auf die verschiedenen Texte musikalisch einging und diese in ihrer Bedeutung mit wunderbaren Kompositionen unterstrich.

Ein besonderer Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird.

Claudia Kronabethleitner: Bad Ischl - 19.03.2013

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