"Two Generations of Jazz - Musikuniversitäten zu Gast" IV: Kons Wien

Landesmusikschule - Bad Ischl
15.05.2014

Dozenten:
Johannes Herrlich Trio & Special Guest Roman Schwaller
  Johannes Herrlich: trombone
  Christian Havel: guitar
  Harry Putz: bass
  Special Guest: Roman Schwaller (tenor sax)


Foto: Roland Holzwarth

Foto: Manfred Madlberger



Foto: Roland Holzwarth
Foto: Roland Holzwarth

Foto: Manfred Madlberger
Studenten:
the kons.wien.jazzorchestra

conducted by Roman Schwaller
Plays The Music of Bill Holman

trumpets: Markus Pechmann, David Pöchlauer, Lukas Hartl, Ritchie Köster
trombones: Clemens Hofer, Georg Schrattenholzer, Martin Grünzweig, Christian Amstätter
saxes: Flo Fuss, Stefan Gottfried, Damian Dalla Torre, Tobias Hoffmann, Aaron Hader
piano: Angel Vassilev
bass: Marc Mezgolits
drums: Valentin Duit

  Foto: Roland Holzwarth

Routine vs. „frischer Wind“

Kons Wien gastierte im Rahmen der Reihe „Two Generations of Jazz“ in der Ischler Landesmusikschule.

Im zweiteiligen Abend ergaben sich in der Tat zwei eher gegensätzliche Konzertaspekte.

Das Johannes Herrlich hatte die Aufgabe des Openers und des Einstimmens in einen ganz tollen Jazz Abend. Die Formation um Posaunisten Herrlich bearbeitete live vor allem Songmaterial aus der großen amerikanischen Jazz Literatur. Vorbildlicher Vortrag, ausgezeichnete Songauswahl mit makellosen Soliaspekten. Für mich manchmal schon fast zu „meisterhaft“, große Routine in der Band- und Sololeistung. Gelegentlich für mich allzu routiniert – das professorale Element überwog zu Lasten der Spontanität. Routine vs. Spontanität – das Spiel ging für mich aus: 1:1 – ein ganz großes Unentschieden. Reicht das für ein tolles Spiel? Sportliche Aspekte sind manchmal knapp und „ungerecht“ – könnte man diesen ersten Teil des Abend abschließen. „Unentschieden“ ist kein Sieg.

Nach der Pause begann ein neues und ganz anderes Spielgeschehen. Frischer Wind kam schon fast „orkanartig“ auf in der LMS. Die jungen Leute des kons.wien.jazzorchestra haben ihre Lektionen bei „Rektor“ und Bandleader Roman Schwaller mehr als beherzigt und vor allem mehr als frech umgesetzt.

Die famosen Arrangements von Bill Holman (seine orchestrale Partituren sind häufig sehr polyfon angelegt und haben eine ausgeprägte eigene Handschrift) wurden von Schwaller perfekt auf die „Talent – Meute“ internationalen Zuschnitts angepasst und haargenau auf den Ausbildungsstandard und die Persönlichkeiten der jungen „Bläserschaft“ abgestimmt. Das war echte jugendlicher „Big Band Übermut“ - frech aber nicht antiautoritär ausgeführt. Die Führung durch die Arrangements und die Vorgaben des „Professors“ trafen auf „Musterschüler“. So würde das Ensemble jederzeit die „Einheitsmatura für Big Bands“ bestehen und das mit Vorzug. Es wurde klar – Jazz ist europäische Musiksprache wenn auch unter amerikanischer Arrangement - Direktive.

Resümee: Eine mehr als gelungene Veranstaltung, die allerdings auch die „Gefahren“ des JazzGenres verdeutlichen konnte. „Verjüngende“ Infusionen sind mehr als notwendig, um ein Erstarren der Mutter Jazz zu verhindern. Nur so kann eine lang anhaltende Jazz Genesung von statten gehen.

Kons. Mag. Roland Holzwarth

Foto: Manfred Madlberger

Im Rahmen des jüngsten Jazzfreunde-Konzerts spielten Studenten des Kons.Wien in der Ischler Landesmusikschule.


Gediegen und virtuos ging es beim Jazzfreunde-Abend in der LMS zu: Zum vierten Mal gab es ein "Two generations of Jazz"-Konzert. Nachdem der erste teil von Dozenten in Dreierbesetzung plus Gast bestritten wurde, stellten die Studenten der Big Band - das kons.wien.jazzorchestra unter der Leitung von Roman Schwaller (im ersten teil als Gast am Sax zu hören) - ihr Können unter Beweis. Gespielt wurden Werke von Thelonius Monk bis Stevie Wonder, basierend auf Arrangements des US-amerikanischen Arrangeurs, Komponisten und Saxophonisten Bill Holman.

Manfred Madlbereger - 21. Mai 2014 Ischler Woche