KARIN KROG & JOHN SURMAN

Evangelische   Kirche, Bad Ischl
16.06.2016

Karin Krog: vocals
John Surman: baritone and soprano saxophones, bass clarinet, piano

KrogSurrman4
Foto: Günther Gröger
KrogSurrman3

Mit der norwegischen Jazzsängerin Karin Krog, die seit 1955 auf der Bühne steht, und dem britischen Musiker John Surman (Sopransax, Baritonsax, Bassklarinette, Keyboard) holten sich die Jazzfreunde Bad Ischl ein wundervolles Duo in die Evangelische Kirche. Sehr berührende Stücke formten sich zwischen der unaufgeregten Stimme Krog’s und den Instrumenten Surman’s.

Günther Gröger: 17.06.2016
groxpress Kultur- & Pressefotoagentur e.U.

Ö1 - On stage

Montag, 05. September 2016 um 19:30 Uhr
mit Marlene Schnedl. Karin Krog & John Surman im Juni 2016 in der Evangelischen Kirche Bad Ischl.

Zwei Legenden des europäischen Jazz fanden sich am 16. Juni 2016 in der Evangelischen Kirche in Bad Ischl zu einem denkwürdigen Konzert ein. Die 79-jährige Karin Krog, norwegische Grande Dame des Vokal-Jazz, und der knapp 72-jährige britische Saxofonist John Surman. Neben einem Stück wie "My Friend", das sich schon 1978 auf der ersten gemeinsamen LP "Cloud Line Blue" fand, zelebrierten die Sängerin und der Sopran- und Baritonsaxofonist, der auch zu Bassklarinette, Flöte und Klavier griff, in reifer Gelassenheit Eigenkompositionen, norwegische Volkslieder, frei improvisierte Dialoge und Standards wie Billie Holidays "God Bless The Child".
Marlene Schnedl präsentiert die Höhepunkte dieses besonderen Abends.

Ein Jazz-Duo der Weltklasse in der Bad Ischler Kirche

Das norwegische Duo Karin Krog und John Surman begeisterte mit Virtuosität, Bescheidenheit und jeder Menge Leidenschaft.

Die umtriebigen Jazzfreunde Bad Ischl haben in diesem Jahr einen kleinen Norwegen-Schwerpunkt. Am Donnerstag gastierte in dieser Reihe das Duo der Vokalistin Karin Krog und des Saxophonisten John Surman in der schmucken evangelischen Kirche. Die Karriere der Urgesteine des europäischen Jazz reicht bis in die 60er Jahre zurück. Ihre Musik steht für Vielfalt und Frische, auch für Innovation, ohne die Musikgeschichte aus den Augen zu verlieren. Da kommt ein norwegisches Volkslied ebenso zum Zug wie einige Klassiker aus dem amerikanischen Liederbuch, ein flott intonierter Blues – faszinierend wie Surman dabei auf dem Baritonsax den Walking Bass macht - ebenso wie eine witzig-charmante Spontanimprovisation, die die beiden als fantasiereiches Zwiegespräch gestalten. Krog singt mit dem ihr eigenen trockenen Timbre, ihre Stimme ist eher zurückgenommen, wirkt trotz aller Virtuosität fast bescheiden.

Das Divenhafte ist ihr völlig fremd, ihre Interpretationen haben Seele und Leidenschaft. Surman bläst Sopran- und Baritonsax, brilliert mit einer schlanken, eleganten Bassklarinette. Manchmal setzt er sich auch ans E-Piano, ist zurückhaltender Begleiter Krogs. Höhepunkt: eine innige Version von Billie Holidays "God Bless The Child" Ein hinreißender Abend!

Christoph Haunschmid, OÖN - 18.06.2016

KrogSurrman2
Foto: Günther Gröger
KrogSurrman1

Eine norwegische Legende in Bad Ischl

Auf Einladung der Jazzfreunde gastierten am 16. Juni die fast 80-jährige norwegische Jazzsängerin Karin Krog und der englische Instrumentalist John Surman in Bad Ischl. Die evangelische Kirche verwandelte sich schnell in einen Hafen voller Romantik, Melancholie und idyllischer Bilder. Dafür sprachen einige Songs-Titel wie „Ein Nachmittag in Paris“, „In einer sentimentalen Stimmung“ oder „Die Möwe“. Eine frische und prickelnde Überraschung des Abends waren jedoch Krogs Arrangements der traditionellen norwegischen Lieder „Bånsull“ „Lokk“ und „Arve Brakkars“. Hier klang Krog selbstsicher und interpretierte meisterhaft Melodien aus ihrer Heimat. Dieses norwegische Märchen wäre ohne Surmans Zauberflöte nicht so schön gewesen. Krogs erfinderischer und experimenteller Geist gekennzeichnete Stücke wie „Geheime Spiele“, „Unterhaltung“ und „Gott segne das Kind“ durch elektronische Klänge und Geräusche, sowie unterschiedliche wechselnde Mikrofon-Effekte. John Surman glänzte mit Kraft und Musikalität durch den ganzen Abend. Die Best-Klasse eines berühmten Instrumentalisten bewies er am Bariton- und Sopransaxophon, Bass-Klarinette, Blockflöte und Klavier. Bei Karin Krogs Stimme hätte man sich noch mehr Vitalität, Beweglichkeit und Dichte gewünscht. Im zweiten Teil des Konzerts ließen Intensität und Vielfältigkeit der Stücke etwas nach. Doch endete der Abend mit einer temperamentvollen Zugabe, Begeisterung und lautem Applaus.

Mag. Yuliya Atzmanstorfe, Juni 2016