Arild Andersen Trio

PKS-Villa Rothstein, Bad Ischl
29.09.2016

Arild Andersen: double bass, electronics
Paolo Vinaccia
: drums, percussion
Tommy Smith
: tenor saxophone

On stage - Montag 08. Mai 2017 19:30
mit Gerhard Graml. Arild Andersen Trio im September 2016 in Bad Ischl

Der 71-jährige Norweger Arild Andersen gilt als einer der großen Kontrabassisten des europäischen Jazz. Seine musikalische Vita ist seit den 1960er Jahren mit Namen wie Jan Garbarek, Don Cherry, George Russell und Stan Getz, aber auch mit John Scofield und Bill Frisell verbunden. 2007 gründete Andersen ein Trio mit dem schottischen Tenorsaxofonisten Tommy Smith und dem italienischen Schlagzeuger Paolo Vinaccia.

Am 29. September 2016 flutete das Trio mit den kraftvoll fließenden Kompositionen des 2014 erschienenen Albums "Mira" sowie neueren Stücken den Konzertsaal in der PKS-Villa in Bad Ischl.
Gerhard Graml präsentiert die Höhepunkte des enthusiastisch aufgenommenen Konzertabends.

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Foto: Manfred Madlberger
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Foto: Roland Holzwarth

Ambassade Niva2 Tysk
Mit freundlicher Unterstützung
der Norwegischen Botschaft

ARILD ANDERSEN TRIO

Viel Applaus und einen vollen Saal gab es für das Arild Andersen Trio beim Jazzfreunde-Konzert in der PKS-Villa. Das norwegisch-schottisch-italienische Trio rund um den Kontrabass-Virtuosen Andersen wurde auch von Ö1 mitgeschnitten.

Manfred Madlberger - Ischler Woche, 5. Oktober 2016

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Foto: Manfred Madlberger
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Arild Andersen Trio in der PKS Villa in Bad Ischl

Erstes Konzerthighlight der Ischler Jazzfreunde – großes Können der Musiker, formidables Engagement des Veranstalters – und vor allem eine schöne Begegnung zwischen Musikern und dem zahlreich erschienenen Publikum.
Großartiger Besuch der Freunde des Jazz im Salzkammergut und dazu gediegener Konzertvortrag des Anderson Trios bei warmer Aufnahme durch das Publikum.
Wahre Könner waren am vergangenen Donnerstag zur Eröffnung der Herbstsession am Werk.
Und schnell war sie schon bis in den letzten Winkel des gemütlichen PKS Saals spürbar: die typische, getragene Atmosphäre, die so viele Jazzgruppen aus Skandinavien auszeichnet.

Das war in der Tat ein starkes Manifest des europäischen Jazz mit deutlicher Anbindung an die skandinavische Jazzschule, die ja in den letzten Jahren schon fast das Geschehen in Europa bestimmt und alle möglichen Preise einfährt.
Genau so soll ein großes Ensemble unter norwegischer Rhythmusführung an den 4 dicken Basssaiten klingen. Dazu der feine Beitrag von Paolo Vinaccia mit italienisch verspieltem und etwas übertrieben verschnörgeltem Drumming zur „europäischen Jazz Gemeinschaft“ und das Saxophon Spiel vom Schoten Tommy Smith, der Lichtjahre vom musikalischen „Brexit“ entfernt scheint.

Klar ist das Bassspiel von Anderson majestetisch und mit dem Einsatz der elektronischen Sprengsel mehr als innovativ. Die Saxophontöne von Tommy Smith zeichnen sich meiner Meinung nach aus durch schottische Angriffslust (wie beim wieder aktuellen Bestreben um die Unabhängigkeit von England). Dabei ist mir vor allem die gute Melodieführung und speziell bei den Balladen emotionale Tiefe wie bei einem uralten Single – Malt aufgefallen.

Die »European Jazz Legends« in Person von Andersen nehmen in diesem Jahr jedenfalls mächtig Fahrt auf.
Anderson und seine Leute sind äußerst gediegene Musiker und zelebrieren natürlich gekonnt ihre „Schätze“ und „verwalten“ sozusagen die erworbene Routine und ihr Können.

Doch man könnte fast meinen, dass der zeitgenössische Jazz manchmal irgendwie Gefahr läuft, sich in der allzu verspielten Sackgasse festzufahren.
An diesem zugegebenermaßen fein organisisierten und abgewickelten Abend - fehlte mir manchmal ein mutiges Aufbegehren, eine gezielte Risikobereitschaft, ein schonungsloses und mutiges Vorwärtsstreben!

Mag. Roland Holzwarth

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Foto: Roland Holzwarth