28.11.2019
Weinhaus Attwenger, Bad Ischl

Sabine Stieger: Gesang, Ukulele, Gitarre
Thomas Franz-Riegler: Geige, Basstrompete, Melodika, Keys, Gesang
Ludwig Ebner: Gitarren, Gesang

Ein wohlgelungener Abend

Sabine Stieger unterhält großartig. Mit einem netten Gesicht, einer gewaltigen Stimme und einem lieb-frechen Wesen zieht sie das Publikum in ihren Bann. Die Ex-Leadsängerin der „Global Kryner“ – bekannt geworden durch Eurovision Song Contest 2005 in Kiew – gastierte am 28. November bei den Jazzfreunden Bad Ischl. In ihren Songs mit Jazzphrasen und eingängigen Melodien bezog sie sich in heimischem Dialekt auf die österreichische Seele. Zwei ausgewählte Musiker, die ebenso wie sie ihr Handwerk verstehen, begleiteten sie sowohl mit Musik als auch mit vielen heiteren Bonmots. So sorgten Sängerin Sabine Stieger, Gitarrist und Sänger Ludwig Ebner sowie Multiinstrumentalist Thomas Franz-Riegler für ein Konzert der leichten Muse mit hohem Unterhaltungswert. Der Obmann des Vereins und namhafter Kenner der Jazzszene weltweit – Emilian Tantana – gab Einblicke in das Konzertprogramm für die kommenden Jahre. Ein wohlgelungener Abend im Weinhaus Attwenger, aus dem jeder Besucher in heiterer Erinnerung mit einem lustigen Song auf den Lippen nach Hause ging.

Yuliya Atzmanstorfer - 30.11.2019

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Akustischer Balsam für die österreichische Seele – verabreicht vom Sabine Stieger Trio.

Manchmal verschmelzen Location und Darbietung zu einem großen Ganzen.

In unserem speziellen Fall waren dies das „Stieger – Attwenger“! Sie wissen, was ich meine.

Da passte einfach alles zusammen. Die Intimität und Gemütlichkeit des Weinhauses und kleine große Darbietung des Sabine Stieger Trios. Als wären die präsentierten Lieder, die Instrumente und der Gesang von Frau Stieger nur für diese „unsere“ Ischler Lokalität konzipiert worden.

Und so war wie selbstverständlich alles aus „einem Guss“ oder besser gesagt „aus einem Weinglas“. Und genau hier kamen die „Austro Chansons“ in den richtigen „Flow“ , die wandlungsfähige Stimme von Sabine Stieger und die Begleitmusik von Thomas Franz Riegler und Ludwig Ebner wurden von der ambientalen Struktur des Weinhauses so getragen, dass sie mich durchaus warmherzig und stimmig erreichten.

Aber woanders?? So denke ich nicht weiter darüber nach.
Genau hier an diesem Ort und an diesem Abend traf der „acoustic – austrian soul“ in meine (unsere!?) Ohren und Herzen. Und dies auch dank der ausdrucksstarken Stimme von Stieger und der guten, aber auch „bekannten“ Darbietung der musikalische Begleiter.

So wurde das Ganze auch zum manchmal notwendigen Balsam für unsere österreichischen Seelen (siehe Advenszeit). Der ganze Vortrag hatte durchaus großes Erinnerungspotential an unsere „gemütlichen“ und gleichzeitig „aufbruchsbereiten“ alten Zeiten.

Also: Die Stimme, der Humor, das Hinterfotzige, die Leichtfüßigkeit und die Wärme im umfassenden Sinne – alles Paletti!
Mehr war nicht drinnen an diesem Vor – Advents- Abend!
Aber ich bin überzeugt, mehr war auch gar nicht vorgesehen

meint
der Szenebeobachter Roland Holzwarth

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Sabine Stieger "Ritt" durch die Musik-Genres in Ischl

"Aber der Dialekt bleibt gleich"

Der Auftritt von Sabine Stieger im Weinhaus Attwenger bildete den Schlusspunkt der heuerigen Jazzfreunde-Jubiläeums-Konzertsaison.
Als "Bonus-Konzert" bezeichnete Obmann Emilian Tantana das zehnte Jazzfreunde-Konzert in diesem Jahr - eine überdurchschnittliche Anzahl, angesichts des 40-Jahr-Jubiläeums der Jazzfreunde indes quasi auch ein Geschenk für das Publikum - und auch für die Jazzfreunde selbst.
Zum Saisonschluss gönnte man sich ein Konzert, das vielleicht nicht ganz "Jazzfreunde-typisch" war, aber auch das Stammpublikum sehr wohl gut zu unterhalten vermochte. Nach ihrer Zeit als "Global Kryner"- Sängerin entschloss sich Sabine Stieger zur Solokarriere und zu Songs im Dialekt. Musikalisch ist es kein "klassischer Austropop", vielmehr ein "Ritt durch die Genres", wie Stieger es selbst bezeichnet, "aber der Dialekt bleibt gleich". Die Anregung, im Dialekt zu singen, gab ihr ausgerechnet ein Produzent aus Hamburg.
Stieger spielt sich in ihren Texten u.a. mit österreichischen Redewendungen ("Bis zum Heiraten wird's wieder guat", "Knapp vorbei is a daneb'n") und beschäftigt sich auf heitere Weise mit der hiesigen Mentalität, z.B. mit der Gemütlichkeit oder dem "Mannschaftssport Sudern". Begleitet wurde Stieger von Ludwig Ebner (u.a. Birgit Denk-Band) an der Gitarre und Thomas Franz-Riegler an Geige, Keyboard und dieversem Perkussiv-Instrumentarium. Letzterer gab auch das ein oder andere Stück aus eigener Feder zum Besten.

Manfred Madlberger - Ischler Woche, 24. Dezember 2019

06.11.2019
Katholisches Pfarrheim, Bad Ischl

"So tun als ob es regnet"
Iris Wolff & Hugo Siegmeth & Axel Wolf

Im Wechselspiel zwischen Literatur und Musik entsteht ein spannendes Familienpanorama aus 100 Jahren osteuropäischer Geschichte in Siebenbürgen.

Iris Wolff: Lesung
Hugo Siegmeth: Tenor- & Sopran Saxophon, Bassklarinette, Tarogato
Axel Wolf: Laute, Theorbe

Eine Sternstunde
im Wechselspiel von Literatur und Musik erlebten die Gäste vergangene Woche im Bad Ischler Pfarrsaal bei der fünften Ausgabe von Jazz und Literatur, einer bewährten Kooperation der Ischler Pfarrbibliothek mit den Bad Ischler Jazzfreunden.

Die deutsche Autorin Iris Wolff las aus ihrem vielfach preisgekrönten Roman »So tun, als ob es regnet«, in dem sie die Geschichte einer Familie in und außerhalb von Siebenbürgen in vier das letzte Jahrhundert umfassenden Erzählungen beschreibt. Jede Erzählung könnte für sich stehen, aber das Besondere an dem schmalen Buch ist, auf welch kunstvolle Weise die vier Teile miteinander verwoben sind. In bewundernswert sprachlicher Klarheit - hier ist kein Wort zu viel und keines zu wenig – und mit einem liebevollen Blick auf ihre Protagonisten schildert Iris Wolff, wie historische Ereignisse die Lebenswege von Einzelnen prägen. Als sehr beglückend bezeichnete das Publikum im Bad Ischler Pfarrheim das harmonische Wechselspiel von Text und Musik. Iris Wolff verwendet sehr poetische Sprachbilder, die von den beiden Musikern improvisierend aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Aus völlig unterschiedlichen Epochen webten Lautenspieler Axel Wolf und Jazz-Saxophonist Hugo Siegmeth völlig zeitlose, stimmige und stimmungsvolle Klänge. Die Musik, die man mit Laute oder Theorbe sowie Tenor- oder Sopran Saxophon verbindet, könnte unterschiedlicher nicht sein. Bekannterweise liegen zwischen Renaissance und Jazz mehrere Jahrhunderte. Aber die zwei Instrumente umspielten sich so sanft, dass sie zwischen oder zu den gelesenen Texten wie aus einem Guss erklangen. Der Abend endete mit viel Applaus für die eigenen Improvisationen der beiden Musiker und für die sprachgewandte Schriftstellerin, deren Bücher man unbedingt lesen sollte.

Claudia Konabethleitner & Yuliya Atzmanstorfer

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10.10.2019
Lehartheater, Bad Ischl

Chico Freeman: Saxophones, Percussion
Heiri Känzig: Bass
Reto Weber: Exotic Percussion

Auf den ersten Blick: Ein klassisches Trio.
Es sah und klang aber doch ganz anders, denn der Perkussionist veränderte alles. Ohne Reto Weber wäre Chico Freemans Exotica Trio am 10. Oktober im Lehártheater Bad Ischl nicht so exotisch gewesen.
„Der mit dem Wasser spielende“ Weber begeisterte mit Experimentiertalent und machte vor nichts Halt, als es um neue Klangerlebnisse ging. Ganz egal ob er auf den eigenen Kopf klopfte, das Hang, ein Musikinstrument, der aus zwei miteinander verklebten Halbkugelsegmenten aus Pang besteht oder im Wasser schwimmende Kürbisse spielte: Reto Webers Improvisationskunst und Spielfreude kannten keine Grenzen.
Bassist Heiri Känzig setzte sich mit einem expressiven Ausdruck durch und begeisterte mit einem meisterhaften Solo im zweiten Teil.
Saxofonist Chico Freeman – eine lebende Legende des modernen Jazz aus Chicago – veredelte die Klangimpulse seiner Mitspieler mit einem sehr melodischen und verträumten Stil.

Alles in allem: Eine tolle Stimmung im Saal und helle Freude beim Publikum.

Mag. Yuliya Atzmanstorfer

Transatlantische Spitzen – Jazz – Musik von Freeman, Känzig und Weber!

Irgendwie scheint es so: Das Ischler Kulturleben ist ohne die seit Jahrzehnten andauernden und vitalen Impulse der Jazzfreunde nicht denkbar! Zumindest sehe und schreibe ich das so.

Auf Routine und großem Überblick beruhender Veranstalterinstinkt ist die Basis für einen meisterhaft gelungenen Event wie den Auftritt von Chico Freeman und seinem helvetischen „Backing – Rhythmus – Team“.
Und im mehr als traditionsreichen Lehar wurde so ein Jazz – Weltmusik – Feuer- und Feierwerk „abgefeuert“. Die Brandverordnung wurde eingehalten, die stimmungs-hemmenden Zweifel der zahlreichen Gäste brachen in sich zusammen.
Schon nach wenigen Nummern sprang der „Funke“ über. Beim transatlantischen „Musik – Spaß – Verein“ Freeman, Känzig und vor allem Weber wurden viele gleich und gerne Mitglied.
So trifft eben großes Können, Feingefühl für die Zuhörer, ein immenser Spaßfaktor bei allen Beteiligten, Leichtigkeit und viel Charme auf ein Publikum, das bald auf alle mitteleuropäischen „Spaßbremsen“ vergaß.

Der amerikanische Jazzcharmeur Freeman versteht einfach seinen Job. Trifft doch die US Jazzschule, ausgebildet und „gehärtet“ im immensen Wettbewerb Amerikas auf die spielerische Präzision von „2 Schweizer Premium Rhythmus Uhren“.
Wie bei sündteuren Edeluhren wird von Känzig und Weber das Fundament gelegt und wenn nötig auch mal die Taktfrequenz des Uhrwerks erhöht.
Auf gute Schweizer Feinmechanik ist eben Verlass. Das weiß der „alte Sax - Haudegen“ Freeman nur zu gut. Und so hat und nimmt er sich alle Freiheiten zur Entwicklung und Vertiefung eines ganz großen und begeisternden Jazzvortrages mit deutlicher Öffnung zu allen Spielarten der World - Music.
Das basiert natürlich auf Post – Coltrane orientierter Spielweise und sichert die Verweise zu den diversen „Denkrichtungen“ der uramerikanischen Musikschule.

Qualität, Spaß, Präzision, große Verliebtheit in das Instrumentarium – das sind die Ingredienzien für ein formidables Konzert.
Alle gingen mehr als entspannt nach Hause, das musikalische Feingefühl war bei vielen mehr als vertieft und die Nacht euphorisch.

Da ist sich einer sicher – nämlich ich
Roland Holzwarth

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06.06.2019
Kalvarienbergkirche - Bad Ischl

Heinrich von Kalnein & KUG Saxophone Quartet feat. Uli Rennert - keyb.

Jaka Arh (SLO): Soprano Sax
Jonathan Herrgesell (A): Alto Sax
Cristina Miguel Martinez (E): Tenor Sax
Heinrich von Kalnein (D/A): Baritone Sax

Jazz in der Kalvarienbergkirche

Erstmals gab es ein Jazzfreunde-Konzert in der Ischler Kalvarienbergkirche: Es konzertierte das "KUG Saxophone Quartet" mit Heinrich von Kalnein sowie "Special Guest" Uli Rennert am Keyboard.
Es war dies das neunte "Two Generations of Jazz"-Konzert der Jazzfreunde, bei dem Studenten und Dozenten von Musik-Unis gemeinsam konzertieren. Diesmal war Graz an der Reihe. Im KUG Saxophone Quartet" vereinen sich die jeweils besten Instrumentalisten des Instituts für Jazz der Grazer Kunsuniversität (KUG). Gemeinsam mit Heinrich von Kalnein (Bariton-Sax) konzertierten Jaka Arh (Slowenien - Sopran-Sax), Jonathan Herrgesell (Österreich - Alto-Sax) und Cristina Miguel Martinez (Spanien - Tenor Sax).
Neben dem treuen Jazzfreunde-Stammpublikum war auch Stadtpfarrer Christian Öhler unter den Zuhörern.
"Altmeister" Heinrich von Kelnein lehrt seit 1995, zunächst als Assistenzprofesor, 2004 als Leiter einer eigenen Klasse, an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Den Ischler Jazzfreunde und Obmann Emilian Tantana ist er schon seit über zehn Jahren verbunden. "In keiner Stadt habe ich in so vielen unterschiedlichen Locations gespielt", merkte Kalnein an. Mit etwa zwölf Jahren habe er sich einst in das Saxophon und dessen "göttlichen Klang verliebt". In der "zauberhaften" (Kalnein) Ischler Kalvarienbergkirche spielte das Quartett zum großen Teil Eigenkompositionen Kalneins, die seinen jungen Kolleg/innen viel Raum boten, ihr großes Können unter Beweis zu stellen - ein durchziehendes Gewitter (gewiess nicht als Zeichen göttlichen Zorns) sorgte zeitweise für eine "klangliche Untermalung".
In zweiten, eher "schrägeren" Teil des Konzerts gesellte sich Uli Rennert am Keyboard hinzu. Rennert ist Pianist, Komponist und Elektroniker. Geboren in Frankfurt, lebt er seit den 1980er-Jahren als freischaffender Musiker und Universitätsdozent in Graz.

Manfred Madlberger, Ischler Woche - 12.06.2019

Seltsame Jazz-Begegnungen auf dem Kalvarienberg zu Ischl – KUG Graz als Ziel einer „Pilgerreise!“

Wallfahrtskirchen haben normalerweise einen anderen Zweck. Aber am 6. Juni pilgerten wir gerne auf einen der 3 Ischler „Kogel“ um Jazz zu hören.
So wurde es gleich von Beginn an zu einer besonderen Wallfahrt – die vielleicht zu Beginn skeptisch erwartete „Heilsbringung“ kam von der KUG Graz.

Nein, dies ist keine neue christliche Subströmung – es handelt sich „nur“ um musikalische Heilsübungen mit viel Blech und einigen schwarz – weißen Tasten und noch viel mehr „Knöpferln“ als Instrumentarium.
Heinrich von Kalnein und das KUG Saxophone Quartett zeigen hörenswert und sehr lebendig auf, wo die Standards der österreichischen Jazz Schulen sich im Moment befinden.

Und das Niveau ist in der Tat erstaunlich – die „Lernziele“ wurden bei weitem erreicht, würde ich als Pädagoge einfach mal so meinen. Dazu kommt noch ein hohes Niveau an Eigenständigkeit im Vortrag. Jetzt aber im Ernst – die 3 „Studenterln“ und der Herr Professor überzeugten auf weiter Line in fast allen „Jazz – Lehr – Inhalten“. Das Ergebnis waren durchweg komplexe Stücke mit großer Zuhörerwirkung.

Dazu kam noch das formidable „Team – Teaching“ durch Uli Rennert, der die musikalischen Inhalte zu neuen musikalischen Inhaltsebenen erfolgreich umleitete.
Seine Funk/Groove Andeutungen haben mich noch lange beim „Pilger – Heimweg“ begleitet und meinen „Glauben“ an den Jazz und seine nachhaltige Tiefenwirkung verstärkt.

Dieser mein ganzer Kommentar ist teilweise auf meinen Beruf bezogen leicht ironisch aber doch mehr als ernst gemeint.
„Meine“ Jazz – Freunde sollten das ganze „Geschreibe“ vor allem auch als Lob für die gelungene „Location“ Wahl und überhaupt das ganze Frühjahr/Sommer Programm verstanden wissen

meint der Szenebeobachter Roland Holzwart

  • HeinrichVonKalnein_RolandHolzwarth
  • KUG_SaxophonQuartet_1_ManfredMadlberger
  • KUG_SaxophonQuartet_UliRennert_2_ManfredMadlberger
  • KUG_SaxophonQuartet_UliRennert_3_ManfredMadlberger
  • KUG_SaxophonQuartet_UliRennert_ManfredMadlberger
  • UliRennert_RolandHolzwarth

 

09.05.2019
PKS-Villa Rothstein, Bad Ischl

Rotem Sivan: guitar
Itamar Gov-Ari: keys
Nathan Ellman-Bell: drums

Die Jazz – Gitarre lebt und wie!

Jazzkonzert mit dem Rotem Sivan Trio in der PKS Villa in Bad Ischl.

Der „Wonne Monat Mai“ hat neben viel Salzkammergut Regen auch ein formidables Jazzkonzert zu bieten. Eines gleich mal vorweg: es war großartig, innovativ, phantasievoll und ganz schön retroorientiert.
Ob das Gebotene „echter“ Jazz war? Sei’s drum.
Es war auf jeden Fall mehr als eine phantastische Darbietung des „Dreiers“ aus dem israelisch geprägten New Yorker Umfeld. Und damit ein weiteres Konzert – Highlight der Ischler Jazzfreunde. Obmann Tantana und seine Leute haben bisher für 2019 einmal mehr eine gute Wahl getroffen und in der Tat ein vortreffliches „Veranstalter – Händchen“ bewiesen.

2019 – ein Jubiläumsjahr für die Ischler Jazzfreunde - könnte DAS Veranstaltungsjahr werden – zumindest für mich.

Vielleicht liegt es einfach daran, dass Emilian und seine bewährte Crew sich verstärkt dem „Jazz – Artverwandtem“ öffnen – das ist gut so und hat sich bei den letzten 3 Veranstaltungen mehr als lohnend herausgestellt. Das Resultat war in allen Fällen beste Stimmung, große Begeisterung und eine gewissen Dankbarkeit des Publikums. In Summe alles eine große Bereicherung für das Ischler Kulturangebot – und das seit Jahrzehnten (siehe Jubiläum!).
Rotem Sivan ist für mich auf dem besten Weg zum „guitar artist“ internationalen Zuschnitts zu werden. Stilsicherheit, großes Können und vor allem die Offenheit für elektronische Erweiterungen bzw. Ergänzungen seines Instruments und damit auch seines Repertoires. Das Ergebnis ist somit die Grundausrichtung seiner Jazz – Basis in Richtung Soul, R&B, Elektronik und natürlich Rockigem!
Sein Begleiter Itamar Gov-Ari bereitet mit seinen Keyboard Akzenten und Soundakzentuierungen die Basis für diese Genregrenzen sprengende Weiterentwicklung.
Die technischen Spielarten entsprechen dem Jahr 2019 – die musikalische Grundorientierung allerdings schon eher den 80igern (Stichwort: Jazz Rock!).
So sind auch die Vorbilder der drei Musiker (für mich) stets irgendwie präsent – manche Gitarrenspielweisen haben vermutlich nicht nur mich an Pat Metheny und andere große Gitarrenepigonen jener Zeit erinnert. Ist auch gut so – also respektvolle Nachlassverwaltung und dazu ein Schuss persönlicher und instrumenteller Innovation.

Da kam Stimmung auf, Begeisterung bei den zahlreichen Besuchern und auch für mich eine starke Wegmarkierung durch das Konzertjahr 2019 (übrigens nicht nur was Jazzkonzerte betrifft!).
Da kommt Freude auf
beim Szenebeobachter Roland Holzwarth

Rotem Sivan gab mit seinem Trio ein umjubeltes Konzert auf Einladung der Jazzfreunde in der PKS-Villa. In der für den Jazz nicht allzu üblichen Besetzung Gitarre-Keyboard-Drums erklängen auch Stücke, die bei einem Jazz-Konzert nicht unbedingt erwarten würde, z.B. Bob Dylans "Make you fell my love".

Manfred Madlberger - Ischler Woche, 22. Mai 2019

  • ItamarGov-Ari_RolandHolzwarth
  • NathanEllman_RolandHolzwarth
  • RotemSivanTrio_ManfredMadlberger
  • RotemSivan_RolandHolzwarth