17.11.2011
Landesmusikschule Bad Goisern

Lucian Ban: piano (RO/USA)
Abraham Burton: tenor saxophone (USA)
Brad Jones: bass (USA)
Derrek Phillips: drums (USA)

Abraham Burton im Salzkammergut
Feuer der Tradition
Abraham Burton ist kein Neuerer des Jazz. Aber mit dem Tenorsaxofon trägt er wie wenige andere das Feuer glorreicher Tradition vor sich her. Zu hören bei einem Konzert der Jazzfreunde Bad Ischl
In der Landesmusikschule Bad Goisern konnte man Burtons mit inbrüstiger Intonation vorgetragenes Bekenntnis zum Blues und modernen Mainstream erleben. In die Arrangements von Lucian Ban, Derrek Phillips und Brad Jones eingebettet, vermittelte er leidenschaft in allen Rhytmuslagen.
Das verdichtet balladeske Sensibilität zum aufbrausenden Up-Tempo. Duke Elligtons "Les Fleurs Africaines" war Feinarbeit. Darüber legt Burton figurale Grooves.
Prima!
Peter Baumann: Kronenzeitung - 20. November 2011
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Saxofo
n-Kaskaden und Lyrik pur in Bad Goisern
Es stimmt schon, dass amerikanischer Jazz im Vergleich zum europäischen rauer ist (Lucian Ban im Interview der OÖN, 11.11.11). Beweise dafür sind der expressive Ton, die knappe Melodik und die Dissonanzen des amerikanischen Jazz. Das letzte Konzert des Jahres 2011 der „Jazzfreunde“ Bad Ischl mit „LUCIAN BAN's ELEVATION featuring ABRAHAM BURTON“ war der einzige Zwischenstopp in Österreich für die New Yorker Band im Rahmen ihrer Europatournee. Bad Goisern als Spielort teilte damit den Weg von Bukarest nach Paris in etwa zwei Hälften. In der gut besuchten Landesmusikschule spielte das „Elevation“-Quartett am 17. November neun eigene Kompositionen von Lucian Ban. Die New Yorker trugen Hüte, die manchmal fast zur Gänze ihre Augen verdeckten: ein geheimnisvoller Auftritt.
Nun sind Lucian Ban, Abraham Burton, Brad Jones und Derrek Phillips nicht nur Meister des modernen, intensiven und virtuosen Jazz, denn ihr Ensembleklang, sowie ihre breiten, ausgedehnten Soli in Klavier, Tenorsaxofon, Bass und Schlagwerk haben viele Facetten. Genau so attraktiv klang das Quartett auch in den simplen Momenten: Lyrik pur. Weite Balladenstimmung, langsamer Puls, Glissando im Klavier und Melodien, die oft um ein Zentrum gravitieren, sorgten für Abwechslung. Danach gab es wieder kraftvolle Sprünge im Saxofon und lebhafte Bass- und Trommelphasen. Eine Zugabe rundete den schönen Abend ab.
Yuliya Atzmanstorfer
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Lucian Ban: Jazz aus dem „Big Apple“ in Bad Goisern
Lucian Ban steht für New Yorker Jazz, durchtränkt von europäischem Folk. In jungen Jahren ließ der Pianist seine Heimat Transsylvanien hinter sich, um im „Big Apple“ Karriere zu machen. Eine Erfolgsgeschichte. Gemeinsam mit seiner Band „Elevation“ spielt Ban am 17. November um 20 Uhr in der Landesmusikschule Bad Goisern.
Wie würdest du amerikanischen von europäischen Jazz trennen?
Ban: Amerikanischer Jazz ist rauer, mehr mit Tradition und Geschichte verbunden. Europäischer Jazz ist lyrischer, melodischer und
das Resultat der letzten zwei Jahrzehnte. Viele Kritiker in den USA bringen mich mit dem europäischen Klassizismus in Verbindung. Liegen sie richtig? Ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich hören sie etwas in meiner Musik, dessen ich mir selbst nicht bewusst bin.
Mit Abraham Burton spielst du als „Elevation“. Was genau macht ihr?
Ban: Elevation ist ein Quartett und Duett, das von mir und dem großartigen Tenor-Sax-Spieler Abraham Burton gegründet wurde. Wir arbeiten jetzt seit sechs Jahren mit Jazz-Musikern wie John Hebert, Nasheet Waits, Derrek Phillips, Brad Jones oder Eric McPherson zusammen.
Wie siehst du die österreichische Jazz-Szene?
Ban: Die österreichische Jazz-Szene ist sehr stark. Ich war zweimal für den Hans Koller „Best European Jazz Musician“ Preis nominiert. Das ist eine große Ehre für mich. Ich kenne Max Nagel, Wolfgang Muthspiel, Franz Koglmann, Michael Mantler, Friedrich Gulda und natürlich den wunderbaren Joe Zawinul. Was für eine Inspiration! (bev)
OÖNachrichten Zeitung, 11. November 2011

  • LucianBanElevation-AbrahamBurton_EmilianTantana

12.10.2011
PKS - Villa Rothstein, Bad Ischl

Andreas Brunn: 7 string acoustic guitar, e-guitar, e-bow (D)
Vladimir Karparov: soprano & tenor saxophone (BG/D)
Dimitris Christides: drums, percussion (SD)
Jonathan Robinson: double bass (USA)

„Blood and Honey“
Kann das Blut ein Symbol für eine tiefe Verwurzelung in der bulgarischen Folklore sein? Denn diese temperamentvolle Volksmusik fasziniert die Welt mit Authentizität, melodischer und rhythmischer Vielfalt. Kann der Honig ein Symbol für süße Sehnsucht sein, z. B. nach Erinnerungen aus der Kindheit? Könnten die zwei Symbole etwa ein künstlerisches Credo für „For free Hands“ sein? Vielleicht. In Symbolik und Ästhetik sind die vier Musiker frei und weltoffen. Der Berliner Gitarrist Andreas Brunn, der bulgarische Saxofonist Vladimir Karparov, der New Yorker Bassist Jonathan Robinson und der Grieche mit Londoner Erfahrung Dimitris Christides am Schlagzeug, schenkten etwas von dieser Freiheit und Weltoffenheit dem Publikum in der PKS-Villa in Bad Ischl am 12. Oktober.
Im Konzert erklungen eigene Kompositionen und Arrangements von Andreas Brunn, Jonathan Robinson und Vladimir Karparov. So führte die Gitarre solistisch mit einer singhaften, intensiven Melodie in „Birds of passage“. „Magic Friday“ brachte Momente der Erholung, aber auch laute Dynamik, sowie Folkloreelemente im Tenorsaxofon. In „Third one“ übernahm wieder die Gitarre ihre Hauptrolle. Der mit Bogen gespielte Kontrabass und das Sopransaxofon führten den Dialog weiter. Über „Wizards Cube“ erzählte Andreas Brunn, dass er hier die Fuge in den Jazz holen wollte. Das Stück beeindruckte mit Dissonanzen, großen Sprüngen und virtuosen Passagen in der akustischen Gitarre und dem Sopransaxofon. „Kaleidoscope“ bewies ein meisterhaftes Synchronisieren des Quartetts. In der zweiten Hälfte des Konzerts waren die Balkanspuren deutlicher. Farbenfroh und lustig dominierten Schlagzeug und Saxofon in „Thracian Dance“. In „Blood and Honey“ verwandelte sich die Gitarre in ein traditionelles bulgarisches Musikinstrument, die Tambura. Für Abwechslung sorgten etwas „ruhige“ Stücke wie „Meeting“ oder die Ballade „Das fünfte Element“. „Sonnenschein“ und die virtuosen Soli im Kontrabass in „East Side Story“ rundeten den Jazzabend ab. Das Publikum des „Jazzfreunde“-Konzertes zeigte sich von „For free Hands“ begeistert.
Yuliya Atzmanstorfer
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Musikalisches Jazz-Kaleidoskop
Das deutsch - bulgarisch - griechisch - amerikanische Quartett "For Free Hands" gab auf Einladung der Jazzfreunde ein buntes Gastspiel in der PKS-Villa Rothstein. Ausnahmsweise war das Konzert an einem Mittwoch statt am üblichen Donnerstag, was jedoch die Jazz-Interessierten nicht davon abhielt, zahlreich zu erscheinen
Dem Namen entsprechend, fingerte das multinationale Quartett rund um den Berliner Gitarristen Abdreas Brunn (der teilweise auf einem siebensaitigen Instrument spielte) dirch ein Programm, das die verschiedenen Nationalitäten der Bandmitglieder auch wiederspiegelte. So demonstrierten "For Free Hands", wie es klingt, wenn man eine klassische Fuge mit Jazz verbindet ("das hat bach schon gemacht", meinte Brunn). Andererseits gab es Stücke wie die interessante Bearbeitung bulgarischer Folklore zu hören.
"Der Abend hat einen Zauber", meinte ein sichtlich zufriedener Andreas Brunn im Namen der Band und streute auch der Lokalität Rosen: "Der Raum hat eine super Energie".
Manfred Madlberger: Ischler Woche - 19. Oktober 2011
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Freie Hände, freie Stimmung und eine wunderbar befreites Konzert
„For free Hands“ nennt sich das national vollkommen inhomogene Musikerkollektiv rund um Andreas Brunn, das sich im immer wieder
faszinierenden Ambiente der PKS Villa als großes und freies Ensemble präsentierte.
Hier begegnen sich 4 Nationälitäten auf ebenso vielen Instrumenten,arbeiten auf beneidenswert gelungene Art und Weise an ihrer Musik unter besonderer Einbeziehung des Publikums.
Das Ergebnis ist sich nicht verschließender Jazz, sondern eine ganz eigenen Musikmischung, die sich auf die Wirkung ihrer Ein- und Zugänglichkeit ganz verlassen kann.
Nicht intellektuelle Sperrigkeit eines abgehobenen Jazzevent ist das Motto des Abends, sondern das instrumentelle Bemühen um Jazz – Emotionalität und damit das unweigerliche Gewinnen des Publikums.
Man kann sich den „good vibes“ der 4 Herren und des mitreißenden Energieflusses und Energietransfers einfach nicht verschließen. Diese Musik der „For Free Hands“ mit der starken Verquickung zur Folklore des Südens und Ostens unseres vereinten Europas packt
zu.
Man ist einfach dabei – und aus!! Hier gibt es im Publikum keine Entweder – Oder!!
Die Musiker reißen mit, begeistern mit großer Virtuosität an Gitarre und Saxofon. Die Rhythmusgruppe ist das höchst zuverlässige Fundament für viele solistische Ausflüge von Andreas Brunn und Vladimir Karparov am Saxofon. Schlagzeuger Dimitris Christidis hat manchmal ein eigene Schlagzeugtechnik – Verständnis, aber vielleicht entsteht gerade so diese überzeugende Drum – Feinkost. Softes und feines unaufdringliches Begleiten wechselt sich ab mit ungeheuren Eruptionen an den Fellen und an den Cymbals. Mit diesem Schlagzeugspiel müsste der gebürtige Grieche doch seinen imaginären Beitrag zur Bewältigung der finanziellen Situation seines Heimatlandes leisten können.
Alles in Allem ein gewitztes Jazz – Update von viel balkanesker Musik – amazing und wonderful. „For Free Hands“ sind keine neumoderne Jazz – Mogelpackung, sondern wo „Free…“ draufsteht, ist feinste Musik drin…
meint
Roland Holzwarth

  • AndreasBrunn_ManfredMadlberger
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18.08.2011
Lehártheater - Bad Ischl

In Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden (12)
Mit freundlicher Unterstützung des Italiensichen Kulturinstituts Wien

Gianluigi Trovesi: reeds (I)
Massimo Greco: trumpet (I)
Roberto Cecchetto: guitar (I)
Marco Micheli: doublebass (I)
Vittorio Marinoni: drums (I)

Die Melodie ist wunderschön, weil ich sie geschrieben habe“
Diese Phrase steht ihm gut. An ihr ist nichts übertrieben. Denn Gianluigi Trovesi ist ein großer Meister der feinen Melodien. Showeffekte und Bühnensensationen interessieren ihn nicht. Dafür begeistert der italienische Klarinettist, Saxofonist und Komponist mit seltsamer Musikalität. Ihre Merkmale sind die ästhetische Wahrnehmung, das intensive Empfinden und die künstlerische Reife.
Gianluigi Trovesi gastierte am 18. August mit seinem Quintett im Rahmen der Salzkammergut Festwochen Gmunden und auf Einladung der „Jazzfreunde“ Bad Ischl. Ein vielfältiges Programm sorgte für tolle Stimmung im gutbesuchen Lehartheater. Trompeter und Flügelhornist Massimo Greco setzte explosive Akzente in den instrumentalen Dialogen mit Trovesi. Vittorio Marinoni am Schlagzeug überzeugte stets in der rhythmischen Begleitung und lieferte schöne Percussion-Soli. Gitarrist Roberto Cecchetto und Bassist Marco Micheli ergänzten den kompakten Klang. Das Quintett war perfekt aufeinander abgestimmt.
Die musikalische Reise führte von den orientalen Ornamenten in „Dancing From East“, über die schönen Melodien des mediteranen Kulturraums in „Canzoncina“ und „Gargantella“ bis zur Marschrhythmik von „Scotch“. Das vielleicht lustigste Stück des Abends „Hercab“, hörte sich in etwa so an wie fröhlicher Hot Jazz eines Begräbnisumzugs in New Orleans.
„Die Melodie ist wunderschön, weil ich sie geschrieben habe“ erzählte Trovesi über die Zugabe. „Das Stück ist einem Freund gewidmet, der eine traurige Liebesgeschichte hatte“, setze er fort. Nun wurde das Traurige hier wieder lustig. Das schöne Thema entwickelte sich und variierte bis sie sich mit der neuen Liebe wiederholte! „Unser Freund war vier Mal verheiratet. Wir werden um zwei in der Nacht enden“, lachte Trovesi. Das Publikum wäre geblieben.
Mag. Yuliya Atzmanstorfer
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Triumph für die Jazzfreunde mit einem Riesen – Jazz – Event
Gratulation und Thanx – denn nur durch Eurer Engagement und Mut konnten wir hören – Gianluigi Trovesi und sein 5TET.
Kommunikation und Kooperation zahlen sich doch immer wieder aus – nur durch das Zusammenwirken mit den Gmundner Festwochen kam dieser ganz Große des zeitgenössischen Jazz zu uns in die Berge des Salzkammergutes. Und es hat sich ausbezahlt – finanziell hoffentlich, aber musikalisch brachte dieses wunderbare Jazzkonzert 100ige Rendite. Es ist schon gut, wenn Leute dieser Qualität zu uns „gelots“ werden.
Souveränität von Trovesi, aber auch von allen Mitgliedern seines Ensembles. Stilsicheres Musizieren auf allen Ebenen – so verschmilzt europäisch angehauchter Jazz mit der musikalischen Dimension der italienischen Folklore. Großartiges Solieren wie es sich im Jazz gehört – aber auch kongeniales Zusammenspiel zwischen den Akteuren. Vor allem die großartige Kooperation zwischen den beiden Bläsern Trovesi und seinem wunderbaren Mitstreiter Masssimo Greco an der Trompete brachte nicht nur mich zum Erstaunen und blieb lange in den Gehörgängen.
Das Lehartheater „erstrahlte“ in neuem alten Glanz. Der Sound war makellos und das Licht verstärkte die großartige musikalische Performance.
Bleibt nur noch zu schreiben – weiter so – Jazzfreunde! Avanti, avanti, – oder auf gut Deutsch – bringt uns auch im kommenden Herbst den Jazz in unsere Lande.
Roland Holzwarth

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18.07.2011
Toscana Congress Center, Gmunden

ORF-Aufnahme (10)
In Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden (11)
Mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts Wien

Dave Douglas: trumpet
Enrico Rava: trumpet
Avishai Cohen: trumpet
Uri Caine: piano
Linda Oh: bass
Clarence Penn: drums

Trompetengipfel in Gmunden
Hinter dem etwas seltsamen Bandnamen „Tea for 3“ versteckt sich eine internationale Allstarband mit drei Trompetern der absoluten Weltklasse. Am Montag gastierte das Sextett unter der Leitung des New Yorkers Dave Douglas bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden im gut besuchten Toscana Congress.
Neben Dave Douglas bliesen der stets elegant phrasierende italienische Altmeister Enrico Rava und der israelische Jungstar Avishai Cohen die Trompeten, drei Musiker aus drei Generationen mit faszinierender, höchst individueller Stilistik.
Die Stücke stammen meist aus der Feder des Dave Douglas, sind ebenso abwechslungsreich, wie fein komponiert und lassen diesen Jazz-Könnern viel Spielraum für eigensinniges Improvisieren. Erst zum fünften Mal stehen sie in dieser Konstellation auf der Bühne und agieren, als würden sie seit Jahren nichts anderes tun. Höchste Sicherheit vermitteln sie im Unisono, da klingen die drei wie eine einzige mächtige Trompete. Ebenso höchste Virtuosität der sich aneinander reibenden Läufe.
Manchmal kommt schon der Drang zum sportlichen Wettstreit durch, ganz nach dem Motto „schneller, höher und stärker“. Diese Ausflüge sind aber immer wieder ein wenig mit Ironie versetzt. Und wenn dann nach dem überschäumenden Blechgewitter die aus Malaysia stammende Bassistin Linda Oh ein ganz schlichtes, leise und überaus fein swingendes Bass-Solo intoniert, strahlt das vor Herzlichkeit und berührt ungemein.
Auch der „Rest“ des Rhythmustrios spielt überaus formidabel. Allen voran Pianist Uri Caine, der als Solist sowohl mit leichter Hand als auch mit mächtig donnernden Akkorden überzeugt.
Als Begleiter hält er die Band in einer wunderbar schwebenden Balance, fängt die wild herumschwirrenden Bläser immer wieder ein.
Zweieinhalb intensive Stunden begeisterten, keine Minute zu lang, kein Trompeter zu viel, Jubel des Publikums.
Zum Nachhören auf Ö1
Tipp: Wer das Konzert versäumt hat, Ö1 hat aufzeichnet. Am 3. Oktober um 19.30 Uhr in „on stage“ ist der Auftritt des kongenialen Sextett „Tea for 3“ nochmals zu erleben.
Christoph Haunschmid: Oberoesterreichische Nachrichten - 20. Juli 2011
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Drei Trompeter und ein ewiger Ohrwurm
Dave Douglas, Enrico Rava und Avishai Cohen mit „Tea for Three“
Der Song „Tea for Two“ ist ein Ohrwurm. Nicht irgendeiner, sondern einer der hartnäckigsten der Musikgeschichte. Vincent Youmans und Irving Caesar haben ihn 1925 für dad Musical „No, no Nanette“ komponiert. Von Doris Day bis zu den Mambo All Stars haben ihn ungezählte Interpreten zu einem der meist gespielten Evergreens gemacht.
Zeitgenössische Jazzmusiker, die etwas auf ihre Innovationskraft geben, machen um Evergreens gern einen Bogen. Wozu Abgedroschenes spielen, wenn man Neues ausprobieren kann? Wenn die Musiker Dave Douglas, Enrico Rava und Avishai Cohen heißen, schließt aber das eine das andere nicht aus. Die drei Trompeter sind seit kurzem in einer neuen Band miteinander auf Tour: „Tea for Three“ nennt sich die Formation mit Pianist Uri Caine, Bassistin Linda Oh und Drummer Clarence Penn. Bei den Festwochen Gmunden gab es am Montag eine vorerst rare Gelegenheit, sie live zu hören: Nach ersten Auftritten Rotterdam, Rom und San Sebastian gaben Douglas Cohen und Rava in Gmunden ihr Österreich-Debüt – und nahmen die Sache mit dem Evergreen mit Humor: „Kennen Sie den Song ,Tea for Two‘?“, fragte Douglas: „Wir haben 50 Prozent mehr“. Bei so viel Energie-Reserven war es dann auch kein Problem, den Ohrwurm nach allen Regeln der Kunst zu sezieren und nach eigenen Vorstellungen neu zusammenzusetzen: Der experimentierfreudige Dave Douglas brillierte als Solist mit Witz, Avishai Cohen mit Rasanz und der Ex-Avantgardist Enrico Rava mit gelassener Virtuosität.
Wie bei den „Drei Tenören“ muss man sich das Projekt nicht vorstellen: Statt alte Hits durchzuschütteln, hat Douglas die meisten Stücke neu komponiert.
Mit drei Trompetern ist dennoch die Gefahr gegeben, dass der sportliche Ehrgeiz über die Idee des gemeinsamen Musizierens siegt. Bei „Tea for Three“ war trotz Solosprints von Wettkampf nichts zu spüren. Lieber wurde andächtig den Soli der anderen gelauscht – bei denen auch Caine mit konstant starkem Spiel brillierte. Das fein abgestimmte Spiel der Band verlieh der Musik jene sanfte aber nachhaltig energetisierende Wirkung, die auch grünem Tee attestiert wird. Douglas hat dem „Green Tea“ sogar einen eigenen Song komponiert. Wer weiß, vielleicht wird er einmal ein Evergreen?
Clemens Panagl: Salzburger Nachrichten - 20. Juli 2011
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Fest für drei Trompeten
Ein Jazzsextett weltmeisterlichen Formats in der Gmundner Toscana: als "Tea for 3" kreuzten drei Trompeter ihre Linien. Artenreich an Zitaten ist die solistische Imagination von Dave Douglas. Der Triestiner Enrico Rava bringt mit strahlendem Ton melodienträchtige Italianita ein. Ziemlich neu die hellklare Transparenz des Israeli Avishai Cohen. Dieser Trompeten-Grandezza unterlegt der visionäre Pianist Uri Caine provokante Fantasien. Immer mehr im Gespräch ist die Malaiin Linda Oh mit ihrem maskulin gezogenen Bass.Clarence Penns Schlagzeug pusht die Novität zur Hochspannung.
Peter Baumann: Kronenzeitung - 20. Juli 2011
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Emilian Tantana und seine Jazzfreunde haben die richtige Auswahl getroffen.
In Kooperation mit den Salzkammergut Festwochen Gmunden luden sie am 18. Juli sechs erstklassige Künstler ins Toscana Kongress Center ein
Dabei ist es Tantana gelungen, das italienische Kulturinstitut Wien für drei Veranstaltungen im Sommer an seine Seite zu ziehen. Auch den ORF brachte er ein zweites Mal heuer zu Jazzkonzerten ins Salzkammergut. Eine Erfolgsstory, die ohne die hervorragende Musikqualität der neugegründeten Formation „TEA FOR 3“ und das begeisterte Publikum im fast vollen Toscana Saal nicht möglich gewesen wäre. Gmunden war für die Musiker der einzige Zwischenstopp in der Alpenrepublik im Rahmen einer Europatournee.
„Die Gruppe heißt TEA FOR 3, weil es zwei großartige Trompeter gibt und einer ist Ok!“, begrüßte Dave Douglas das Publikum. Die Frage war, wer von den drei Trompetern: Enrico Rava (Italien), Dave Douglas (USA) oder Avishai Cohen (Israel) in Bestform war? Denn nicht nur musikalisch, sondern auch verbal, führte Douglas mit Virtuosität und viel Witz durch den Abend. Großartig war auch die andere Hälfte der Gruppe. In den Händen des Pianisten Uri Caine (USA) erkannte man sofort die solide klassische Basis eines Weltstars der Tastenkunst. Die Kontrabassistin Linda Oh (Malaysia), die einzige Dame in der Gruppe, setze eine gefühlsechte Linie der Perfektion und Expressivität durch. Auch der Percussionist Clarence Penn (USA) überzeugte mit Rhythmus.
Gespielt hat „TEA FOR 3“ eigene Kompositionen und Arrangements, die einen dynamischen, zeitgenössischen Jazz mit ausdrucksstarken Melodien, manchmal voller Dissonanz, darstellten. Der Jazzabend war ein besonderes Erlebnis des virtuosen und kraftvollen Musizierens. Das Konzert wird am 3. Oktober von Ö1 um 19:30 in „On Stage“ ausgestrahlt.
Yuliya Atzmanstorfer - 21. Juli 2011

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16.06.2011
PKS - Villa Rothstein, Bad Ischl

ORF-Aufnahme (9)
Mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts Wien

Carlo Actis Dato: saxophones & bass clarinet
Beppe di Filippo: alto & soprano saxes
Matteo Ravizza: bass
Daniele Bertone: drums, percussion

Wie der Soundtrack zu einem Fellini-Film
Jazzkonzert: Carlo Actis Dato-Quartett, PKS Villa Bad Ischl, 16. Juni
Emilian Tantana ist ein gut vernetzter Mann. Mit seinen Jazzfreunden Bad Ischl ist es ihm gelungen, das italienische Kulturinstitut für einen kleinen Sommerschwerpunkt zu holen. So werden bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden mit Trompeter Enrico Rava und Klarinettist Gianluigi Trovesi zwei renommierte Musiker aufspielen.
Zum Auftakt spielte das Quartett von Carlo Actis Dato. Ganz schön schneidig intonieren die Piemontesen ihre spektakuläre Mixtur aus Jazz und Folklore. Dato spielt ein mächtiges Baritonsax und eine virtuose Bassklarinette.
Mit Saxofonist Beppo de Filippo verbindet ihn überschäumende Freude am Musizieren, das Verknüpfen von ausgefuchstem Musikantentum mit viel Energie.
Ein wenig klingt das wie wie der imaginäre Soundtrack eines Fellini-Films. Bassist Matteo Ravizza und Drummer Daniele Bertone bilden ein bestens eingespieltes Rhythmusteam. Ein Riesenspaß.
Christoph Haunschmid: Oberoesterreichische Nachrichten - 18. Juli 2011
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Italienischer Jazz kann nur so sein, wie die Italiener selbst: laut, lustig und temperamentvoll
Das „Carlo Actis Dato Quartet“ sorgte am 16. Juni für Furore in Bad Ischl. Alles „forte“, intensiv, melodisch und vollblutig. Auf so einen außergewöhnlichen Abend kann sich jeder Jazzliebhaber freuen. Noch nie war die PKS-Villa Rothstein bei einer Jazzveranstaltung so voll wie am 16. Juni. Und die Karten gingen aus. Denn neugierig auf den Geschmack des italienischen Jazz und des italienischen Weins waren viele. Die Kombination Musik und Weinverkostung, die letzte vom Verein „Associazione per il turismo Piccolo Collio“ organisiert, erwies sich als Magnet für das Publikum. Das Konzert war ein absoluter Erfolg für die Veranstalter, den Kulturverein „Jazzfreunde“ in Bad Ischl.
Doch verantwortlich für die tolle Stimmung war nicht der Wein, sondern der Klarinettist und Saxophonist Carlo Actis Dato. Er und seine Band unterhaltenen auf eine spannende und showmäßige Art und Weise. Die vier Jazzmusiker sprachen laut italienisch, sangen, schrien, tanzten, hüpften, weinten - künstlich natürlich - und gingen immer wieder durch das Publikum. Diese Nähe brachte Wärme und eine emotionelle und herzliche südländische Atmosphäre.
So bunt wie ihre Bühnenkostüme war auch die Musik von Carlo Actis Dato, Beppe Di Filippo, Matteo Ravizza und Daniele Bertone. Sie mixten Melodien und Rhythmen aus aller Welt. Auch die Stücke führten das Publikum mal in den Orient („Istanbul Rap“), mal nach Afrika („Zanzibar“, „Mandingo“) oder nach Kuba. Das Bariton- und Altsaxophon, sowie die Bassklarinette und das Sopransaxophon kombinierten sich gelungen. Carlo Actis Dato und Beppe Di Filippo bauten faschingsreif die Bassklarinette ab. Der Klarinettist spielte dabei schlussendlich nur mehr mit dem Mundstück. Auch der Percussionist überzeugte mit seinem Werk und trommelte mit Begeisterung auf der Djembé. Der Jüngste in der Band, Matteo Ravizza, begleitete gekonnt am elektrischen Bass.
Mit diesem schönen Auftakt zum „italienischen“ Sommer setzen die „Jazzfreunde“ Akzente im heurigen Konzertprogramm. Am 18. Juli und 18. August wird die südländische Jazzlinie durch die bedeutenden Namen von Enrico Rava und Gianluigi Trovesi fortgesetzt. Der ORF nahm das Konzert des „Carlo Actis Dato Quartets“ auf und wird Ausschnitte in Ö1 am
1. August um 19:30 in "On Stage" ausstrahlen.
Yuliya Atzmanstorfer: 19. Juni 2011

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